Dienstag, 11. Dezember 2012

Nordtrip- Teil 7: Tom Price, Karanjini National Park und auf geht's zurück nach Perth!

Mittwoch, 24. Oktober


Anschließend wurde auch ungewöhnlich früh wieder aufgebrochen, nachdem wir die Tochter fast schon gewaltsam aus unserem Zelt manövrieren mussten. Das fand sie nämlich klasse. Ziel diesmal: Karanjini Nationalpark, den Anna aus dem Office uns mehrfach sehr enthusiastisch empfohlen hatte. Viel ist auf dem Weg nicht passiert. Außer vielleicht, dass eine Road Train mit drei Anhängern vor uns erst einen Van, dann einen Jeep und schlussendlich auch noch ein Wohnmobil überholte. Australien.


Lisas Creme zum zweimal eincremen. Wird die Haut nass, kommt die Creme wieder. Yay.
Ein Riesen...baustellen...lasterding... haben auch noch größere gesehen.
Regen von weitem.

Damit man die enmore Flut auch genau abmessen kann.
Wir haben Pink Floyd an der Tanke gesehen... nicht wirklich...

Da Karanjini doch noch ein gutes Stück weg von Exmouth war, verbrachten wir noch eine Nacht auf einem Campingplatz in Tom Price, einer Minenstadt. Benannt übrigens nach Tom Price, einem... Minenarbeiter oder -entdecker. Was auch immer. Das stand da überall auf irgendwelchen Schildern und in Prospekten. Wirklich mehr interessantes scheint es darüber wohl nicht zu geben.

Lisa. Trinkt. Bier.
Des gude Bier. Da verschwend mer nix von! S'sch deuer!
Dem gehts gut.
Und er hat sich schon gefragt, warum die Damen beim Wäscheaufhängen am nächsten Morgen so gegrinst haben. Gnihihihahaha. Wenn man auch nach zwei Minuten Licht- aus schon schnarcht.



Donnerstag, 25. Oktober


Lisas Bild. So früh hab ichs nicht raus geschafft.
Der nächste Morgen begann dann mit einem Friedenspakt. Wir haben tatsächlich diese schreineden Papageien gefüttert. MIT UNSEREM FRÜHSTÜCK!! Oder zumindest den ollen, trockenen Toastscheiben, die noch übrig waren.


Gegen 11 wurde dann aber auch das letzte Stückchen bis zum Karanjini Nationalpark in Angriff genommen. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass auch hier einiges auf Grund von Regen gesperrt war. Deswegen leider keine lebensgefährlichen, stundenlangen Wanderungen die Klippen herunter. Oooch. Die Meisten Look- Outs hatten aber noch offen und so konnten wir uns zumindest ganz entspannt angucken, was wir nicht herunterwandern konnten.

In dem See hat tatsächlich einer gebadet (wenn man ganz genau hinschaut, sieht man ihn am Rand vom Schatten), aber der einzigen Weg, den wir gesehen haben schien uns etwas lebensmüde.



Wirkte etwas gestresst.
Die letzte Etappe war dann zwar doch eine kleine Wanderung, den Kalamina Gorge herunter, aber die war in Ordnung und die Schwierigkeit waren wir von den "Wanderwegen" in letzter Zeit mehr als gewöhnt. Unten wurden wir dann auch mit einem angenehmen Bad belohnt, also war das schon in Ordnung.









Der Boden war etwas rutschig. Jedes Mal, wenn Lisa sich zurück ins Wasse beeilt hat, ging irgendwie irgendwas schief oder sie schaffte es nicht. Weil es eben wirklich verdammt rutschig war!

Ein schönes haben wir dann aber doch noch geschafft! Und André hatte sogar genug Zeit zum nicht- Anspannen.


Mama, es sieht auf diesem Foto wirklich höher aus, als es ist...
Selbst gebaut.


Gecampt wurde dann im Dales Camp- illegalerweise, denn wir hatten nicht gebucht. Und das obwohl es nur 7$ pro Person kostet, sind halt wieder die Nationalpark- Campingplätze ohne Sanitäreanlagen und mit Plumpsklos, die Nachts von blutrünstigen Kakerlaken und anderem Gekrieche belagert werden (laut Lisa).


Das gehört dazu.
Denn die Straßen sahen alle so aus!
Ich glaub das ist ein Termitenhügel, die standen da öfters rum. Habe aber keine Termiten gesehen.

André hat eine Riesenpfütze gefunden... und ja, es gibt Videos.




Während der frühe Abend noch schön ruhig war und wir in Ruhe kochen konnten, brach gegen später die Hölle auf Erden um uns aus. Da kam dann auch irgendwann der Ranger auf den Platz gefahren und hielt an jeder Bucht an und sprach mit den Leuten. Wir erst vollpanisch Geld rausgekramt, weil wir dachten, der überprüft jetzt die Buchungen. Als er dann ankam, warnte er uns aber nur sehr freundlich vor dem Unwetter, während ich das Geld, welches ich ihm schon fast entgegen werfen wollte, unauffällig in der Hosentasche verschwinden ließ. Er zog dann unbehelligt weiter. Wir konnten dann tatsächlich beobachten, wir die Blitze und der Donner von allen Seiten immer näher kamen. Und als es dann plötzlich schüttete wie aus Eimern, sind wir doch lieber ins Auto geflüchtet, weil die Möglichkeit bestand, dass unser Zeltchen einfach gegrillt und weggepustet würde. Im Endeffekt saßen wir dann mehrere Stunden in dem Auto fest, was anfangs noch sehr lustig war- vor allem, als uns wieder einfiel, dass das Zelt ja kaum befestigt war, weil die Karabiner nicht gescheit in den harten Boden gingen und bei etwas weiterem Nachdenken kam dann auch die Frage "Hat eigentlich einer von euch die Plane angebunden?" auf. Sind dann rausgestürmt, haben das Zelt, welches schon vollbepackt mit Matten und Schlafsäcken war, gepackt, die Plane eingefangen und das ganze in den sowieso überfüllten Kofferraum gestopft- zusammen mit den zwei Campingstühlen.


War dann leicht voll.
Die Blitze waren ein bisschen grell...
Irgendwann wurde die Luft dann aber zu stickig und die Anderen sind einfach eingepennt, was ich nicht konnte, weil hinter meinem Sitz der Bierkarton und die Rucksäcke steckten, sodass ich ihn nicht nach hinten kurbeln konnte. Das war dann doof und ich hab die anderen mehr oder weniger mießgelaunt gezwungen, jetzt wieder ins Zelt umzuziehen.



Freitag, 26. Oktober






Irgendwann war recht von uns ein Feuer und André meinte noch "Gottseidank müssen wir nicht in die Richtung!"... jaaa, wie man sieht sind wir fünf Minuten später dann auch gar nicht frontal darauf zugehfahren.
 

Am nächsten Tag wollten wir uns dann nur ganz kurz noch einen Klamm anschauen, der zuvor geschlossen war. Dort unten wars dann aber so geil, dass wir einfach nicht gescheit wegkamen. Vielleicht lag das auch an der unglaublichen Hitze und dem bevorstehenden Rückweg, der einiges zum Klettern aufwies. 



-!-Leider gibt es an dieser Stelle noch nicht alle Bilder,
weil André es nicht packt, mir ein paar zu schicken.
Schade, denn das war zweifelsohne mein Highlight.
Werde aber im passenden Beitrag darauf hinweisen,
wenn ich sie bekommen und hier eingefügt habe.
Ich dachte nur ich lasse mein Volk nicht länger warten.-!-

Irgendwann schafften wir es dann aber doch wieder auf die Straße und traten nun schlussendlich den Rückweg nach Perth an. Eigentlich wollten wir irgendwo zwischencampen, aber da André etwas hetzte, da am Sonntag schon ein Job auf ihn wartete, brachen wir unseren guten Vorsatz nicht bei Nacht zu fahren und klemmten uns hinter verschiedene Road Trains. So schafften wir in der selben Nacht noch gut 500 Kilometer mehr, als erwartet. Allerdings war das einfach nur stumpfes Fahren hinter einem Riesenlaster. Uns wurde irgendwann so langweilig, dass wir die Buchstaben der Aufschrift auf dem Wage vor uns neu sortierten, um lustige Wörter zu bekommen. Hat nicht wirklich geklappt, weil nicht all zu viel draufstand. Der Fahrer der Road Train gab uns sogar mehrere Male das Zeichen, dass wir jetzt gefahrlos überholen könnte (ja, so nett sind die hier!), gab aber nach ein paar Mal auf, als er merkte, dass wir nur kleine Parasiten im Windschatten waren. Irgendwann lenkte er dann auf einen 24- Stunden Parkplatz, wo solche Fahrer übernachten dürfen. Wir wussten nicht so recht, wie das jetzt weitergehen sollte, bis eine neue Road Train vorbeibretterte. Hinter der gings dann weiter. Es ist übrigens erstaunlich, wie viel Vorsprung man in nur 2 Minuten bekommt. Denn immer wenn wir Fahrer wechselten, mussten wir ewig fahren, um wieder aufzuholen. Und wir haben das Speedlimit teilweise doch recht großzügig überschritten. Ehem.



Samstag, 27. Oktober


Letzten Endes fuhren wir dann kurz vor Mitternacht in ein Kaff ein und auf einen Campingplatz. Das Büro war schon geschlossen und selbst als ich klopfte (die anderen wollten schon das gar nicht mehr tun...), regte sich nichts. Also stellten wir spontan unser Zelt auf eine Betonplatte, weil der restliche Boden furchbar hubbelig war, gönnten uns am nächsten (außergwöhnlich frühem... ehem...) Morgen eine kurze Dusche und bretterten ohne zurück zu gucken wieder runter. Noch eine Nacht umsonst... yay. Frühstück habs dann auf einem Parkplatz auf dem Freeway.
Auf den letzten paar hundert Kilometern mussten wir dann immer wieder wegen überdimensionalen Road Trains an die Seite fahren und warten, weil die beide Spuren brauchten. Einmal zog sogar eine Road Train eine weitere Road Train, die wiederum ein rießiges Minenfahrzeug zog. Einmal dauert das ganze etwas länger und wir quatschten eine Frau in einem der Fahrzeuge an, die voraus fuhren und die Straße freihielten und dann an der Bucht warteten, damit auch keiner weiter fuhr.

Wie weit sie an einem Tag kommen müssten?
"How ever far we come. We got our beds in the back of the car anyway."

Was die machen, wenn ihnen noch so ein überdimensioniertes Ding entgegen kommt.
"Oh well. It'll work out."

Australien. In Deutschland wäre das alles aufs kleinste Detail geplant, Straßen gesperrt, Unterkünfte an bestimmten Orten gebucht, Bäume gefällt, Dörfer umgesiedelt (okay...) ... Hier ist das alles komplett Bums. Australien.


Ja, ganz richtig. Das ist eine Baggerschaufel.

Schlussendlich kamen wir dann am 27.10 nachmittags wieder in Perth an. Lisa und ich checkten wieder im Spinners ein- für André war die zwei Nächte keinen Platz mehr, also ging er in eins in der Nähe und anschließend hatte er ein anderes Hostel schon lange im Voraus gebucht. Die Ankunft im Spinners kam uns schon ein bisschen so vor wie nach einem Urlaub wieder nach Hause zurück zu kehren. Und viel verändert hatte sich natürlich nichts. Noch immer fast die selben, faulen Leute, noch immer Milan, der noch immer deutsche liebte und noch immer nur MTV oder Wrestling mit völlig überdrehten Effekten (wie in Videospielen) in der Glotze.

Damit wäre das Kapitel "Nordtrip" auch zu Ende. Eine super Zeit, eine super Reise, eine super Küste.

Donnerstag, 29. November 2012

Nordtrip- Teil 6: Coral Bay und Exmouth!

20. Oktober


Am nächsten Morgen fuhren wir dann ohne Abschiedsträne weiter bis nach Coral Bay. Eigentlich hatten wir dort keinen weiteren Zwischenstop geplant, aber es war so paradiesisch, dass dort eben ganz spontan zwischengecampt wurde.

Eine kleine Palmenallee als begrüßung.

Unser Außblick während dem BBQ.
Einmal Strand...

...zweimal Strand.

Und wieder ein Photoshooting.

Die Möwe ist ja mein persönliches Highlight in dem Bild.
Das Photo schien übrigens nicht zufriedenstellend zu sein.
Viel besser.
Mein Boppes nach dem Photoshooting... Ja, ich saß eine Weile... im Nassen... ja...


Einfach eingebuddelt!!
Es folgte ein weiterer Strandtag. Was soll man da auch groß erzählen? Man konnte schnorcheln und hat vor allem lauter kleine bunte Fische gesehen. Mir kamen recht große weiße (nicht Haie...) oder blaue auch recht nah. Die sind da völlig unerschrocken, selbst als ich meine Hand nach ihnen ausgestreckt habe.

Mini- Rochen.
Achja, und mal wieder ein Westküsten- Sonnenuntergang.










21.Oktober








Andrés seltsame Fotosession. Written and directed by him.


Der Hammer. Ein wahrer Epos.

Während wir den Vormittag noch in der Coral Bay verbrachten, nahmen wir nachmittags- endlich- das letzte Stück bis nach Exmouth in Angriff. Da es Sonntag war, hatte das Visitor Center aber leider nicht offen, wo wir uns eigentlich erkundigen wollten. Und da Exmouth an sich überhaupt nicht schön ist, sondern nur der National Park dahinter, sind wir auch nicht lange in der Stadt geblieben sondern fuhren direkt weiter zu einem Campingplatz zwischen Exmouth und Nationalpark.

Das hört einfach nicht auf.
Dort hüpften wir erst Mal in den Pool, obwohl der schon seit 10 Minuten geschlossen war!! Um ehrlich zu sein kamen wir erst gar nicht durch das Tor, welches davor war. Dachten schon ein fleißiger Mensch hätte bereits abgeschlossen, bis uns ein anderer Campingplatzbesucher von seiner Bungalooterasse aus den höchskomplizierten Hebelmechanismus erläuterte.
Als es dann dunkel wurde, dachten wir, wir könnten die Ankunft an unserem Ziel ja ein bisschen feiern. Also wurde Flunkyball in der Küche während dem Kochen gespielt. Zu zweit, weil Lisa Bier nicht mag. Gewonnen hab dann sogar ich. Aber auch nur, weil André seinen letzten Schluck unglaublich ausweitete und dann einfach die Flasche nicht mehr traf.


Die Nudeln kochen über. Was macht Lisa? Rennt hin, springt auf die Theke und brüllt.
Treffer versenkt.
jewonnen.
Ganz normal. Die will nur spielen.


22. Oktober


Grrr.
Am nächsten Tag wurden wir dann von den blöden Papageien und ihrem Geschrei geweckt. Das ging dann schließlich so weit, dass ich irgendwann Andrés Volleyball aus dem Auto kramte und die Viecher damit verfolgte. Wirklich nahe kam ich aber nur einer höchst irritierten Möwe, die eiligst davonstackste. Die Papageien sind einfach zu große Schisser.
Nach dem spontanen Morgensport gings dann auch endlich in den Nationalpark bei Exmouth. Unter anderem wanderten wir dort den Yardi Creek entlang und genossen einen phantastischen Ausblick auf eine Schlucht.




Ja, das war der Weg nach oben...


Und plötzlich flogen da die ganze Zeit so Synchronflieger herum.

Und der Weg zurück...

Und diese netten Gefährten haben wir auf dem Rückweg entdeckt. Hängen da so im Baum und machen Krach.
In der Sandy Bay beobachteten wir dann ein paar Kite- Surfer. Ein Mädel kam immer angeheizt, wenn André vorbeigelaufen ist und drehte erst im letzten Moment ab. Ob das nun Absicht war, sei mal dahingestellt. Lustig wars auf jeden Fall. Dort haben wir dann auch Salz selbst abgebaut. Oder eben vom Stein gekratzt und zum Trocknen in eine Tupperdose gepackt. Schmeckt sehr meerig, welch Wunder!



Die waren in der Gegen überall verteilt.

Das Salz.
Korallenstückchen gab es dort öfter als Muscheln.

Schlussendlich fuhren wir dann auf einen Parkcampingplatz (saubillig, aber ohne Dusche oder fließend Wasser, dafür wunderschöner Strand).
Dort hatte André dann so ein gutes Gefühl, dass das mit dem Angeln diesmal unbedingt was wird. Also wurde die Angel ausgepackt und der schon halbvergammelte, extra dafür aufgehobene Dosenmais auf den Hacken gespießt und los gings. Das ganze endete dann damit, dass André plötzlich wieder verschwunden und Lisa auf der Suche nach einem Pflaster für ihren blutigen Daumen war, während ich alleine mit der Angel am Strand stand, wo ich doch die Einzige war, die damit sowieso gar nichts anfangen konnte oder wollte.




Als die Anderen dann wieder da waren, übergab ich die Angel und setzte mich zu der Campingplatzgemeinschaft. Die versammelte sich nämlich jeden Abend und quatschte einfach bei einem Getränk der eigenen Wahl. Bier. Bei allen. Irgendwann tauchte dort auch der Ranger auf und erzählte ebenfalls. War ganz nett.
BIS, ja BIS Lisa kurz vor Sonnenuntergang irgendwann angedruckst kam und mich etwas kleinlaut zum Strand bat. Ich dachte schon sie hätten irgendwas geangelt (was aber natürlich auch wieder nichts wurde), aber etwas kleinlaut und in vielen Einzelteilen gaben André und Lisa dann preis, dass der Schlüssel im Auto war und selbiges sich selbst abgeschlossen hatte. Beim Autokauf hatte Adrien mir sogar noch gesagt, dass es keinen Zweitschlüssel gibt und ich deswegen vorsichtig mit dem übrigen sein sollte.
Also dackelte ich zurück zu der Campingplatzgemeinschaft, tippte der Verwalterin auf die Schulter und fragte "Is there any way to open a car without the keys?" Keine zwei Minuten später stand der halbe Campingplatz um mein Auto und stocherte mit Drähten an der Tür herum.


Hach, die Idylle... TRÜGT!
Im Laufe der Aktion wurden mindestens drei Bier über das Dach verteilt und schlussendlich zog jemand einfach die Hintertür etwas zurück und fischte den Schlüssel von der Rücksitzbank durch den entstandenen Spalt. Ich konnte kaum hinsehen, aber immerhin weiß ich jetzt, dass mein Auto recht Einbruchsicher ist. Außer man lässt den Schlüssel auf der Rücksitzbank.
Bis der Schlüssel aber seinen Weg wieder in Menschenhand fand, war die Sonne natürlich längst Untergegangen- dabei wollten wir den Sonnenuntergang unbedingt anschauen.

Der Hammer. Einfach der Hammer.



23. Oktober

Adlernest bei der Information.
Ein Strand. Leider ist da irgendein Fettfleck auf meiner Linse gewesen und ich habs nicht bemerkt... sorry!





Einige Stunden Schlaf später besuchten wir dann abermals das Visitor Center, um zu erfahren, ob man heute noch in andere Buchten konnte, denn am Tag vorher waren die Meisten auf Grund von starken Strömungen abgesperrt. Es gibt sogar eine Schnorchelstelle, an der man auf der einen Halbinsel ins Wasser geht, den Kopf ins Wasser taucht und sich alles ansieht, bis man an der anderen Halbinsel wieder angespült wird. Das war aber leider gesperrt. Schnorcheln durften wir wieder nur in der Turquoise Bay. Das haben wir dann auch gemacht. Leider waren die Korallen nicht gerade üppig oder farbenfroh, da es durch die ganzen Besucher und ohne Aufsicht recht schnell kaputt geht. Schön wars trotzdem und wieder gab es jede Menge Fische, die teilweise auch Geräusche von sich gaben.
Als wir gehen wollten entschied André, dass er jetzt unbedingt noch eine klitzekleine Runde schnorcheln müsste. Wir hätten ihn erwürgen können, aber irgendwie hatten wir uns auch schon dran gewöhnt. Statt groß herum zu diskutieren entließen wir ihn einfach für ein paar Minuten in Wasser und packten derweil schonmal unser Zeug zusammen. Natürlich blieb es nicht bei ein paar Minuten und so warteten wir am Auto. Und warteten. Bis uns ein Australier, dessen Riesenjeep neben meinem Auto parkte, anquatschte. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er ein Tourführer war und gerade auf seine Rentner wartete, die sich am Strand vergnügten. Es stellte sich auch heraus, dass wir noch nach einem Campingplatz suchten und dass Ash, so hieß der gute Mann, gerne Besuch hat. Also bot er uns an, am Abend bei sich vorbei zu schauen und zu schlafen. Wir dürften auch alle Geräte aufladen und Waschen und zu Essen würde es auch geben- umsonst. Sowas lehnt man als Backpacker natürlich nicht unbedingt ab. Daraufhin zog Lisa dann auch los und zerrte André aus dem Wasser (nach einer kurzen halben Stunde...), während Ash mir noch weitererzählte und seine Addresse aufschrieb. Und wir versprachen, nun zu Dritt, nach dem Sonnenuntergang zu ihm zu kommen.

Auf dem Rückweg am Straßenrand gefunden.
Die stehen alle paar Kilometer in der Wüste herum... ich mein?
Für letzteren sind wir dann noch zu einem Leuchtturm gefahren, der auf einem großen Hügel stand (mein Auto ist nur mit viel ach und krach hochgekommen- dafür gings bergab dann zackig und ohne gasgeben.) Da es zu dieser Zeit auch noch ein bisschen neblig wurde, war die Stimmung und das Licht phantastisch. Neben uns parkte sogar eine Photographin mit Megakamera und knipste.

Der Leuchtturm.

Lieblingsbild.
Anschließend warf ich das Navi an, tippte die Addresse die ersten paar Mal falsch ein, bis sie dann in Teamarbeit endlich richtig entziffert werden konnte, und es ging zurück in die Stadt Exmouth. Da es hier selten sichtbare Hausnummern an den Häusern gibt dachten wir, wir könnten Ash ganz einfach durch seinen Riesenjeep identifizieren. Pustekuchen. Sobald ich einen sah, sahen die Anderen vier weitere. Die hat hier nämlich jeder, logischerweise. Also telefonierten wir uns zusammen.
Dort angekommen verbrachten wir einen sehr gemütlichen Abend in einem etwas verratzten Haus. Aber es gab Fischpizza mit selbstgefangenem Belag umsonst. Außerdem stelle sich heraus, dass unser lieber Ash ein Profisurfer ist oder zumindest war. Überall standen Trophäen herum oder es hingen Zeitungsauschnitte von ihm an der Wand.
Das Einzigste, was den Frieden etwas störte war die kleine Tochter, 6 Jahre. Die volles Rohr Unterbeschäftigt war und uns irgendwie als Spielzeug interpretierte. Aber das legte sich im Laufe des Abends gottseidank etwas.
Trotz freundlich gemeintem Angebot, in seinem Haus in Betten und Sofas verteilt zu schlafen, schlugen wie doch lieber unser Zelt im Garten auf. So nett es auch war, auf diesen Sofas möchte ich lieber keine Nacht verbringen. Natürlich hat jeder von uns mitgedacht und keine Photos gemacht...