Sonntag, 30. September 2012

Ein Haus für den Anfang?

Nach Heirrison Island gings dann zurück ins Hostel zum Kochen. Diesmal gelang uns eine Meisterleistung und alle im Essensraum guckten ganz neidisch. Nur einen Tag vorher hatten wir neidisch geguckt. Tja, so schnell kanns gehen. Haben sogar noch eine halbe Melone geschenkt bekommen, die eine andere Kochgruppe in der Küch gegenüber zu viel hatte. Guter Nachtisch!


Namnam, meins war das rechts vorn!

Außerdem hatten wir da ein kleines Problem. Denn die letzte Nacht im Hostel stand bevor und wir hatten kein anderes freies Hostel gefunden. Alles Besetzt, bis auf vereinzelte Betten, aber wir wollten irgendwie zusammen bleiben. Die halbe Nacht saßen wir dann vor unseren Smartphones und Laptops, auf der Suche nach einer Schlafmöglichkeit.



Schlussendlich gelangten wir dann auf www.wimdu.de und fanden tatsächlich eine geeignete Wohnung. Das Angebot klang sogar viel zu wunderbar, um überhaupt wahr sein zu können. Billiger als ein Hostel und ein ganzes Haus mit Kingsize- Betten, Whirlpool, RiesenTV, xBox360 und so weiter.


Unser Haus von außen. Bier wird auch schon angetragen.
So lässts sich aushalten.

Aber da konnte man nur eine Buchungsanfrage stellen, nicht sicher buchen. Und wir wollten nunmal sicher wissen, ob wir nun nächste Nacht ein Dach über dem Kopf haben würden oder nicht. Also wurde wimdu angerufen, ob die da nicht irgendwie irgendwas organisieren konnten. Wir haben auf unserer SIM-Karte ja Freiminuten, die auch nach Deutschland gelten. Die Frau am anderen Ende zeigte sich auch wirklich hilfsbereit, organisierte uns schriftlichen Kontakt zu dem Hausherren Guy und bot sogar an, mit diesem in telefonischen Kontakt zu treten.
Leider tat sie das sofort, denn sie dachte es wäre vormittags, nicht nachts. Es war fast Mitternacht und Guy war überhaupt nicht begeistert davon geweckt zu werden, nein. Anscheinend meinte er nur kurz, dass belegt war und legte dann wieder auf, wie sie uns in einem Rückruf mitteilte. Kurz darauf erschien auch im Internet, dass nichts frei war. Panik. Bis uns auffiel, dass das unsere eigene Buchung hätte sein können. Daraufhin beschlossen wir, einfach auf unser Glück zu vertrauen und schlafen zu gehen (denn langsam machten sich der Jetlag doch etwas bemerkbar...).
Den nächsten Tag verbachten wir im Office, auf der Suche nach einem Bett. Aber auch Anna konnte keines herzaubern und als wir alle kurz vor dem Verzweifeln waren, schrieb Guy dann auch zurück. Zunächst sah es so aus, als hätte er wirkich nicht genug frei, aber nach und nach bekam er dann mit, dass wir in einigen Stunden Obdachlos sein würden. Daraufhin hatte er so viel Mitleid mit uns, dass er uns einfach in sein Haus bestellte, verschiedene Betten freiräumte und selbst bei einem Freund schlief, da er am nächsten Tag sowieso in Urlaub fahren würde und sein Schlafzimmer mit zwei Doppelbetten dann einige Tage nicht brauchte.
Also bestellten wir am Abend dann endlich das Großraumtaxi für 6 Backpacker samt Gepäck. Das war dann auch voll. Die Fahrt kostete über 70$, aufgeteilt auf alle war es aber zu verkraften. Einen Tag später erfuhren wir dann, dass man auch mit Bus und Bahn bequem fast vor die Haustür fahren konnte. Aber naja. Mit dem Gepäck und bei Dunkelheit in der Fremde war das Taxi dann doch deutlich komfortabler. Irgendwann standen wir dann auch in einem Vorort vor einem verriegelten Haus. Klopfen und Klingeln brachte nichts. Niemand da. Wir witztelten schon, dass wir einfach einbrechen würden. Scheiß auf alles! Der Taxifahrer schien sich mehr Sorgen um uns zu machen, als wir selbst und wollte schon gar nicht mehr wegfahren, falls Niemand kommen würde. Denn dann wären wir alleine und es gab eine Sturmwarnung für die Nacht. Das beunruhigte uns dann auch ein bisschen. Ohne ihn säßen wir also nachts in einem Vorort fest, den keiner von uns kannte. Mit je fast 20 Kilo Gepäck. Er war wirklich der erste Taxifahrer, den ich bis jetzt getroffen hatte, der sich Sorgen um seine Kunden machte, nachdem schon bezahlt war. Wie sich dann herausstellte hatten wir lediglich die Hausnummer falsch abgeschrieben und musste nur ein paar Ecken weiter. Wir wollten schon losmarschieren, aber der Taxifahrer komplementierte uns dann wieder in sein Auto und fuhr uns umsonst noch vor das Haus. Dort wurden wir dann auch schon von Guy empfangen und der Taxifahrer konnte beruhigt wegfahren.

Lisas und mein Bettchen.

Die gemütlichsten Sessel überhaupt.

Guy war übrigens Fernseh-Perfekt. Sehr groß, muskolös, blond, schneeweiße, gerade Zähne, Ernährungsbewusst. Und Optiker. Muss ein gutes Geschäft sein, denn sein Haus war groß. Im Schlafzimmer fanden wir dann ein Bild mit seiner Freundin und seinen beiden kleinen Kindern. Wie diese perfekten Familien aus schlechten amerikanischen Werbungen. Ohne Scheiß jetzt, das war fast schon gruselig, so schön waren die alle!
Wie sich herausstellte, war es für Guy völlig normal so viele Fremde in seinem Haus wohnen zu lassen. Es wohnten bereits zwei weitere dort, der 50-jährige tiefenentspannte Carl, der uns gleich zum Einkauf fuhr und dann das ganze BBQ-Fleisch plus Beilagen zahlte (über 100$).

Burger machen
BBQ braten

Sonnenuntergang genießen.

Und der etwas über 20 jährige Jesse, schrulliger Typ, arbeitet als Securitymensch und sieht zerbrechlicher aus, als ich. Ging aber jeden Tag nach dem Aufstehen studenlang Joggen. Das war dann so gegen 3 PM. Einmal hatten wir Bier und Captain Morgan (hier über 40$!!) getrunken und ihm etwas abgegeben. Mit Pepsi gemischt. Er war so begeistert, dass er sich das Gesöff gleich am nächsten Tag kaufen wollte, es aber nicht bekam weil er seine ID nicht bei hatte und die Kassiererin ihm wohl nicht glaubte, dass er alt genug dafür war. Noch einen Tag später stand dann aber ein Captain Morgan im Schrank.
An diesem Abend lernte ich dann auch auf die harte Tour, dass Jesse gar nicht so wenig sprach, wie wir anfangs dachten. Der kann labern, meine Güte. Die halbe Nacht kam ich nicht los und hörte mir eine Story nach der anderen an, ohne einen Pieps sagen zu können (außer "Toilet!" und dann musste ich rennen...). Zum Schluss hat er dann erzählt, wie eine alte Frau durch das Haus seiner Eltern spukt. In einer Ausführlichkeit, die mich verzweifeln ließ. Kurz vor 3 AM bot sich dann die erste Gelegenheit endlich im Bett zu verschwinden. Die ergriff ich.

Die Gegend hier ist auch recht nett.

Haben alle noch nie einen Mond bei Tag am Himmel gesehen...



Am zweiten Tag, den wir in Guys Haus verbrachten, kamen dann noch zwei deutsche Backpacker, die sich mit zwei von unseren Jungs blenden verstanden. Inzwischen haben sich die vier ein Auto zusammen gekauft und sind auf dem Weg nach Adelaide, um dort als Fruitpicker zu arbeiten.
Ingesamt 6 Nächte blieb ich bei Guy. In dieser Zeit festigte sich auch der Entschluss, erst einmal nach Norden hoch zu fahren, bis nach Exmouth, und mir die Westküste anzusehen, bevor es an der Südküste nach Melbourne weitergeht. Lisa und André schlossen sich dem an und wir begaben uns auf Autosuche, die zunächst völlig im leeren Verlief und jetzt endlich erfolgreich zu sein scheint. Wenn das Ding vom Mechaniker akzeptiert wird, kauf ich es! Die Autosuche gibt dann aber noch einen extra Beitrag.

Kakadu!

Kleine Papageien, die gibt es hier öfter als Tauben.

Die Jungs beim Footballspielen.

Mittwoch, 26. September 2012

Heirrison Island


Australien, Perth, 20. September

Am nächsten Morgen gings dann erst Mal wieder zu Anna. Die erzählte uns was über Jobs und Alkohol. Irgendwie dachten alle Australier, wir wären hauptsächlich zum Saufen da. Sogar Lee aus der Bank riet uns von bestimmten Bars und Angeboten ab, außer wir wollten den Kater unseres Lebens haben. Anna war da nicht viel anders. Sogar als sie uns vorrechnete, wieviel Geld wir ungefähr für eine sparsame Woche bräuchten, waren 50$ für Feiern mit eingeplant.
Der Vorteil mit travelworks zu reisen besteht unter Anderem darin, dass man auf der Webseite komplette Bewerbungen ausfüllen kann, die je nach Jobwunsch angepasst werden können. Das geht alles recht schnell, weil die Australier alles in Kurz haben wollen. Hier bewirbt man sich in Stichpunkten. Wird es zu lang, ließt es keiner. Also immer schön kurz. Das ist recht angenehm.
Nach Annas 90 minütigem Vortrag haben wir uns dann auf den Weg nach Heirrison Island gemacht, wo genau 6 Kängurus zu Hause sind. Heirrison Island ist eine kleine Insel im Swan River, der durch Perth fließt. Und wir alle wollten Kängurus sehen.

Auf dem Weg nach Heirrison Island schau ich mitten auf einer Kreuzung nach oben, nachdem auf der Straße eine Kokosnuss lag, und sehe das. Ist jetzt mein Handyhintergrundbild.

Das geniale hier ist, dass es so genannte "CAT"s gibt. Die RedCAT, BlueCat und YellowCAT- drei Busse, die auf einer bestimmten Route durch die Stadt fahren und komplett kostenfrei sind. Man steigt ein, grüßt den Busfahrer (der grüßt nett zurück), fährt wohin man möchte und dankt dem Busfahrer dann beim Aussteigen. Mit so einer CAT sind wir dann auch in die Nähe von Heirrison Island gefahren.
Auf Heirrison Island selbst war dann von Kängurus erst einmal nichts zu sehen. Stattdessen aber Pelikane und schwarze Schwäne, geniale Strände und Vegetation, die ich absolut genial finde.


Die waren riesig.

Die Lisa voll am photografieren. Wie immer.

Dem Bloghintergrund sehr ähnlich, aber nicht genau das Gleiche!

Nach einer Weile ereilte mich dann ein Anruf, dass die Kängurus gefunden wurden. Alle am dösen oder schlafen. Ganz egal wie nah man an sie rangeht, das interssiert die kein bisschen. Die bleiben einfach unbewegt, sind faul und mehr nicht. Müssen das geknipse der Touries gewohnt sein. Tiefenentspannte Tiere.

Kratzkratz

Ich find das Bild genial.

Der Chef (glauben wir...)
Irgendwann beim Fotografieren (es kamen auch noch zwei Chinesen mit ihren Smartphones, die gingen vielleicht ab!) hab ich mir überlegt, wer eigentlich auf die Idee kommt sechs Kängurus auf einer Insel auszusetzten. Ich meine... warum?! Man muss ja nicht mal Eintritt zahlen. Aber gut für uns. Das Exemplar links war übrigens das Größte der Truppe. Ein Musterboss- so entspannt. Später wurde uns aber erzählt, dass die durchaus noch viel viel größer werden können und eigentlich schädlich sind. Warum genau, weiß ich aber nicht. Ich find die Viecher klasse und gut schmecken sollen sie auch.










Es hat sich einen neuen Liegeplatz ausgesucht.
Und ja, es benutzt seinen Schwanz zum Laufen. Und ja, das sieht ulkig aus. 
Einige haben sich nur zum Kratzen bewegt. Aber dann ganz plötzlich. So zelebriert wie das hier hat es aber kein Anderes.

Dienstag, 25. September 2012

Informationsfülle

Australien, Perth, 19. September 2012

Am nächsten Morgen hatten wir dann einen Termin mit "Anna" aus dem worknholiday Office in der Nähe unseres YHA-Hostels. Der ausgedruckte Google-Maps Plan, der uns gegeben wurde, um das Office zu finden, war leider nicht ganz so genau, wie nötig gewesen wäre und so kamen wir erst einmal eine halbe Stunde zu spät. Das schien Anna aber entweder gar nicht zu bemerken oder überhaupt nicht zu stören. Nach noch ein bisschen warten gings dann los. Anna schaltete den Beamer und ihr australisch-italienisches Mundwerk an und hörte nicht mehr auf zu erzählen. Das kann sie gut. Reden. In den folgenden Tagen bestätigte sich dann auch unser Verdacht, dass sie immer das selbe erzählt. Wieder und wieder. Mit einem Enthusiamus, der wirklich bewundernswert ist. Und genau das machte sie zu einem der praktischsten und hilfreichsten Menschen, die uns hier bis jetzt begegneten.

Zwischen einzelnen Vorträgen und Terminen war zum Glück etwas Zeit, Perth auch bei Tageslicht entdecken zu können. 

Zunächst erzählte sie uns so einiges über Australien, zum Beispiel, dass es nur 22 Millionen Einwohner hat, wovon nur knapp 500.000 Aborigines sind. Mit den Backpackern sind es aber wohl über 40 Millionen Menschen auf dem Kontinet.
Dann statte sie uns mit allen möglichen Dokumenten und Wissenswertem über diese aus. Darunter auch eine SIM-Karte, mit der wir untereinander kostenlos telefonieren können. Ihr glaubt gar nicht wie praktisch das ist! Das Auflade-System ist hier aber nicht einfach Pre-Paid. Stattdessen kann man sich für 10-50$ verschiedene Animal-Packs kaufen, die unterschiedlich viele Freimnuten -und SMS (evtl. auch Datenvolumen für mobiles Internet) beinhalten, aber nach 1 Monat auslaufen. Also irgendwie ein Misch-masch aus Pre-Paid und Vertrag. Für den Start bekamen wir das billigste Dingo-Pack ganz umsonst dazu. Unglaublich großzügig. Aber durchaus ausreichend. Der Service für diese SIM-Karten ist übrigens auch unglaublich gut. Man kann zu jeder Tages- und Nachtzeit kostenlos dort anrufen und wird mit einem äußerst hilfsbereiten Mitarbeiter verbunden, der dann in erstaunlicher Geschwindigkeit alles löst, was man so an Problemchen hat.
Nachdem Anna dann Fertig mit Erzählen und Erklären war, schickte sie uns zu Lee in seiner Bank. Lee war übrigens kein Asiate. Sondern ein Rotschopf. Ohne Schopf, denn seine Haarpracht neigte sich bereits dem Ende.


Die Westpac- meine neue Bank.

Lee erzählte dann auch, aber mehr über Bankenkram, den sowieso keiner Verstand. Wir unterschrieben einfach alles, was er uns vorlegte und warteten brav, wenn er unvermittelt aus dem Zimmer verschwand, um mit noch mehr Papierkram wiederzukehren. Die ganzen Unterschriften waren wegen irgendwelchen verwirrenden Steuer- und Versicherungsdingern in Australien. Vermutlich haben wir unsere erstgeborenen an den Teufel verkauft oder so. Aber uns wurde eine Bankkarte dafür zugesichert. Da hier aber alles etwas länger dauert und entspanner ist, sollten wir diese erst in einer Woche bekommen.
Am Ende führte uns der gute Lee dann noch in sein Zimmer und ließ uns an seiner Wand unterschreiben. Das macht er wohl so mit Work&Travellern und immer wenn er in den Urlaub geht, wird abgewischt um Platz für neue Unterschriften zu machen. Da er gerade aus dem Urlaub kam, hatten wir viel Platz.
Nach Lee ging es wieder zu Anna und die erzählte uns wieder viel über Australien, diesmal war es eine grobe Zusammenfassung über alles sehenswerte- einmal rundherum.




Der André kurz vorm Essen.
(Und ich... im Hintergrund...)
Danach schlappten wir noch in einen großen Supermarkt, den die anderen zu meinem Erstaunen in der Zwischenzeit schon ausfindig gemacht hatten (und sich praktischer Weise den Weg merkten, was mir nicht passieren könnte...).  Wir kauften Nudeln und Tomatensoße, welche wir anschließend in der Hostelküche auf kulinarisch wertlose Art zubereiteten.
Die Hostelküche besteht aus vier kleinen, seperaten Küchen, in denen jeweils zwei Herde stehen, Töpfe, Teller, Besteck ist zwar alles vorhanden, aber manchmal ekelhaft unsauber. Gewürze gibt es auch nur dann, wenn man sie sich von anderen Hostelgästen ausleiht. Aber da hier alle sehr offen sind und diese Offenheit unglaublich ansteckenend ist, stellt Ausleihen an Fremde überhaupt gar kein Problem dar.
Das ganze macht auf jeden Fall eine Menge Laune!





Das sandfarbene YHA-Hostel. Meine Bleibe für die ersten drei Tage.

Sonntag, 23. September 2012

Der erste Abend

Australien, Perth, 18. September 2012, 4 PM

Am Flughafen, nach der Gepäckausgabe, gesellte ich mich dann schließlich zu den anderen Work&Travellern meiner Organisation, die clever genug waren, sich die große, gelbe Filzschlaufe an ihre Rucksäcke zu machen, um sich gegenseitig erkennen zu können. Als ich es zu Hause zum ersten Mal in den Fingern hielt, fragte ich mich was ich denn bitte mit so einem hässlichen Ding wollte. In einem der vielen Briefe (von denen ich die wenigsten je gelesen habe), die travelworks mir schickte, stand der eigentlich Verwendungszweck wohl tatsächlich drin. Aber naja. Ich hatte die Anderen ja gefunden.
Wir alle hatten einen extra für uns bereitgestellten Shuttle erwartet, der uns dann direkt zum Hostel bringt. Am Flughafen sollte uns ein netter Mitarbeiter mit einem Schild empfangen. Pustekuchen. Was in der Theorie so einfach klingt wurde nichts. Stattdessen fragten wir uns, großteils bei Passanten, durch und landeten schließlich tatsächlich bei einer Bushaltestelle für solche Shuttles. Aber unseres war noch immer nicht aufzufinden. So langsam, gaaanz langsam, machte sich der Schlafmangel bei allen bemerkbar und travelworks als Organisation erschien uns zunehmend nutzloser. (Eine Meinung, die wir in den nächsten Tagen noch einmal gründlich ändern sollten, denn da wurde es wirklich sehr sehr praktisch!)
In einem kleinen Häuschen vor der Haltestelle wuselte dann irgendwann eine kleine Australierin umher, die uns einen neuen Shuttle organisierte- umsonst! Immerhin. Doch war das kein Shuttle nur für eins, nein. Es wurde uns lediglich die Gnade erwiesen, mitfahren zu dürfen. Statt direkt und schnell zum Hostel zu fahren, wie wir alle gehofft hatten, gurkte das Büsschen durch die halbe Stadt, sammelte Menschen auf oder ließ sie aussteigen. Wir kamen dann fast ganz zum Schluss und fuhren mit dem Ding eine gute Stunde durch Perth. Wunderbar. Gegen 6 PM waren wir dann aber endlich im Hostel.
Der Check-in verlief fast reibungslos. Wir bekamen alles, was wir zunächst brauchten und schafften das ganze Gepäck auf unsere Zimmer (fast alle waren in verschiedenen).
Ich persönlich fand außer einem vollgestellten Zimmer niemanden dort vor. Nach einer Dusche war das dann schon ganz anders. Danach empfingen mich nämlich zwei sehr nette Isländerinnen herzlichst. Die dritte Mitbewohnerin (4-bett Zimmer...) war noch immer nicht da. Und immer wenn sie da war, saß oder lag sie lesend oder schlafend in ihrem Bett und schien die Anderen gar nicht zu bemerken.
Wie auch immer, nach der Dusche klopfte ich im Nebenzimmer, bei meinen mit- Work&Travellern an, in der Hoffnung irgendwer von ihnen hätte ebenfalls Hunger. Hatte sie. Alle. Und so beschlossen wir einfach mal drauf los zu laufen und Essbares in Perth zu entdecken. Nachdem Lukas ziemlich schnell verkündet hatte, wieviel Bock er auf Pizza hätte, war auch ziemlich schnell ziemlich schnell klar, wo wir essen würden. Wir liefen durch halb Perth, an 3 Italienern vorbei. Alle hätten Pizza gehabt.

Das Gebäude hat in allen Farben geblinkt, immer anders.
Das einzige bunte Bild ist leider etwas verschwommen...

Uns ist auch sofort aufgefallen, dass die Ampeln hier anfangen zu Klackern, wenn man die Straße überqueren darf. Und wenn es grün wird pfeifen sie... Ja, hier pfeifen einem sogar die Ampeln hinterher.
Die etwas verlängerte Essenssuche hatte aber immerhin den schönen Vorteil, dass wir viel rumgekommen sind. Insgesamt ist Perth eine sehr eigenartige Stadt. Es ist zwar sehr groß(~1,7 Millionen Einwohner+ Backpacker), aber die Häuser sind meistens noch recht alt. Das wollen sie jetzt ändern und es in eine richtige Großstadt verwandeln. Deswegen wird überall gebaut und es gibt teilweise schon Wolkenkratzer, die verloren in der Stadt herumstehen. Mir gefällts.

Hier gibts auch viele schöne Graffities.
Die Bahngesellschaft hier heißt übrigens tatsächlich "Transperth", ein sehr nettes Wortspiel, oder? 

Nach langem, ziellosen herumwandern, haben wir schließlich sogar die Polizei gefragt, wo es Essen gibt. Die waren dann auch sehr freundlich und haben uns auch zu unserem letztendlichen Restaurant geschickt. Das Essen war zwar nicht ganz billig, aber phantastisch!

Die anderen Work&Traveller. Auch alle voll in Ordnung. Insgesamt 4 Jungs und 3 Mädels.

Man gönnt sich ja sonst nichts....

Wir hatten alle einstimmig beschlossen, dass der erste Abend in Australien eine hohe Rechnung durchaus verdiente. Ein guter Start muss eben sein.
Die Hostelbetten waren dann auch unglaublich gemütlich, vor allem in der ersten Nacht.
Insgesamt war unser Hostel, für Hostelstandarte, sehr gut und sauber. Bis auf die Züge am Morgen, aber dafür wurden Ohrstöpsel bereitgestellt. 3 Nächte inklusive Frühstück waren in unserer Organisationsbuchung mitinbegriffen- sehr komfortabel.

Donnerstag, 20. September 2012

Der Flug


Deutschland, Montag, 17. September 2012
-06:45: Aufstehen, Duschen. Ugh.
-08:30: Nach Frankfurt fahren. Müde. Zum Glück fährt Mamili. Dankesehr!
-11:00: FRRRRANZ!! FABI!! SINJE!! URSUS!!

Alle komplett fertig, genau wie ich.
Aber sie waren da und das hat mich echt gefreut!
Vielen Dank dafür!

Leider waren unsere letzten gemeinsamen Minuten auf knappe 20 beschränkt- das hat mich dann weniger gefreut. Dann gings nämlich schon zum Check-in. Das richtige Gate hab' ich natürlich nicht auf Anhieb gefunden, aber hey... das hat auch niemand ernsthaft erwartet, oder?
Schlussendlich saß ich dann aber doch rechtzeitig im richtigen Flieger. Und der flog fast pünktlich um kurz nach halb Eins ab.

Und Tschüss! Danke an Mama für das Foto!

Um ehrlich zu sein hatte ich mir die anschließenden zwölf Stunden Flug nach Kuala Lumpur, Malaysia, schlimmer vorgestellt. Angenehm ist selbstverständlich etwas anderes, aber Qualen blieben immerhin aus. Ursprünglich saß ich neben einem sehr netten, alten Malaysier, welcher mir auch meinen Rucksack in die Gepäckablage hiefte, nachdem ich einen wohl sehr hilflosen Eindruck diesbezüglich gemacht hatte... die sind einfach viel zu hoch! Aber kurz vor Abflug tippte mich aus der Reihe hinter mir ein kleiner Notizblock an.

"Do you want to sit beside me?
I just think is better to sit beside the same girl."

Wie sich anschließend herausstellte, hatte mich nicht der, mit gebrochenem Englisch beschriftete, kleine Notizblock angetippt, sondern eine junge Malaysierin, die lieber neben einem Mädchen, als einem jungen Malaysier sitzen wollte. Was auch immer. Nach ein wenig Verwirrung aller Umsitzenden und eines Stewards saß ich dann eine Reihe weiter hinten. Fensterplatz behalten. Auch gut.
Das Essen... ja, ich erspare euch Fotos (nicht, dass ich welche hätte. Ich hab sie auch mir erspart). Das erste war noch in Ordnung, aber die Genießbarkeit fiel schneller als die Niagarafälle. Die Waffeln und Pfannkuchen mit seltsam gelblichem Schlabber als Soße gegen Ende lagen mir nach zwei Bissen so heftig schwer im Magen, dass ich anschließend jegliches folgende Nahrungsangebot höflichst verneinte. Den Rest der Flugzeit verbrachte ich mit Filmegucken (MIB 3, Brave, Little Miss Sunshine, The Avengers,...) und Musik hören. Zur Auswahl gab es da Justin Biebers neues "Believe"- Album und Linkin Parks neues "Living Things". Bis auf wenige Lieder ist Linkin Parks neues Album ech gut. Mehr sag' ich nicht dazu.

Kurz vor 7 Uhr morgens Ortszeit landete der Flieger dann in Kuala Lumpur und ich durfte bis dreiviertel 10 auf den Anschlussflieger nach Perth warten, welcher erst nach zwei Stunden überhaupt auf der Anzeigetafel zu finden war. Immerhin gab es dort kostenloses Wi-Fi für 3 Stunden. Facebook hat mir dann die Wartezeit etwas erträglicher gemacht- in Deutschland war es gerade 1 Uhr morgens. Eigentlich mit die Beste Zeit, um mit meinen Freunden zu schreiben. Aber die waren alle, aus mir unerklärlichen Gründen (haha...ha...), total fertig und verabschiedeten sich Einer nach dem Anderen ins Bett.

Diesmal klappte der Check- in schon deutlich besser. Ich werd' echt noch Profi darin.
9:40 ging dann der Flug. Der Flieger war zwas etwas moderner, als der letzte, aber auch enger.
5 Stunden und 25 Minuten später landete ich dann- endlich- in Perth. Von der Flugzeit hab' ich circa 3 Stunden geschlafen.
Ortszeit: Keine Ahnung. Nachmittags. Circa 16 Uhr. Oder 4 PM, wie das jetzt heißt.
Mittlerweile war ich fast 30 Stunden wach (bis auf die Nickerchen im Anschlussflug.)