Der nächste Morgen war dann aber wieder gut stressig.
Zunächst packten wir und Romeo ging als erster, weil er sich schon eine
Wohnungsbesichtigung organisiert hatte. Der Abschied fiel ihm sichtlich schwer
und kurz bevor er dann wirklich gehen musste fragte er noch „I don’t know if we
are friends now?“ Adam und ich
tätschelten ihm ganz gerührt die Schulter und versicherten ihm, dass wir das
seien und wir uns auch bestimmt wieder sehen würden.
Adam und ich hingegen setzten uns zu dem Free Wi-Fi am Platz
gegenüber.
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| Da standen einfach ein paar Schachbretter herum... |
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| Das Schiff wurde sogar auf meinem Navi angezeigt... muss da wohl schon länger stehen. |
Dort suchte ich mir die Adresse des Offices in Melbourne heraus,
welches dann auch überraschend ganz nah war. Dort trottete ich dann hin, ließ
mir ein Hostel mit Parkplatz geben, updatete mein Resume und ließ es um die
Ecke ausdrucken- ein paar hab ich dann einfach aus Jucks auch gleich mal
verteilt, natürlich ohne großen
Erfolg. Dann gings auch gleich zum
Einchecken in mein neues Heim: das Habitat HQ. Ein riesen Komplex, sehr sauber,
sehr groß und sehr nett- mit Free Wifi (wobei mein ganzes Datenvolumen durch
Windows- Updates verbrauchte wurde, was mich bei der einen Rezeptionsdame recht
unbeliebt machte, weil ich ihr versicherte, nichts getan zu haben. Hatte ich ja
auch nicht und so gab sie mir dann an zwei Tagen jeweils einen neuen Account,
bis ich hinter das Problem kam...). Fast jeden Tag gab es irgendein Programm,
von 7-9 AM gabs Free Breakfast und einmal wöchentlich abends auch ein Free BBQ-
welches aber nur aus zwei Würstchen (oder irgendwas vegetarischem), ein paar
Zwiebeln und ungetoastetem Toast. Dazu Ketchup, Senf und BBQ-Sauce en massé.
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| Innenhof beim BBQ. |
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| Das Habitat von Innen. |
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| Nicht an meinem Zimmer ;) |
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| Einmal wars so heiß, dass die Rezeption Wassereis verteilte- umsonst! |
An meinem ersten Tag jedenfalls schaffte ich es sogar zum
kostenlosen Frühstück, hatte ein Interview, was aber leider nur wieder so ein
Sales-Dingens war, wo ich entweder von Tür zu Tür gehen oder in einem
Einkaufszentrum Menschen anlabern muss. Davon lasse ich aber generell lieber
die Finger. Mein Auto hab ich trotz unglaublicher Hitze auch noch aufgeräumt.
Danach war mein Schädel so rot, dass ich viele unglaublich besorgte und vor
allem belustigte Blicke bekam.Habe mir dann eine kühle Dusche gegönnt, nach der
ich dann auch wieder gerade gucken konnte.
Am 30.11.12 hatte ich dann ein Art Jobinterview... oder so.
Es ging darum Ölgemälde zu verkaufen. In der Beschreibung hatte es sich
angehört, als gäbe es einen festgelegten Wochenlohn. Als ich dann aber da war
und mir alles erklärt wurde, stellte sich heraus, dass das eher so ablief: Die
Verkäufer latschen mit einer komischen Halterung und ein paar Gemälden durch
eine Nachbarschaft, zu der sie gefahren werden und klingeln dann dort. Dem
älteren Herren mit den schiefen Zähnen, der unser Boss war oder so, meinte, es
sei ihm völlig egal, was wir denen erzählen. Wir dürften sogar den Preis selbst
bestimmen. Alles, was über 100$ lag, darf man selbst behalten. Verkauft man es
aslo für 200$, macht man 100$ gewinn und gibt den Rest dem alten Herren.
Außerdem erzählte er uns, dass die Gemälde in Massenproduktion angefertigt
werden und die Künstler etwa 20 Minuten kostet. Im Prinzip also eine
Riesenverarsche. Ich überlegte, ob ich gehen sollte, bevor der Van überhaupt
abfährt, aber ich hatte sowieso nichts zu Tun und wartete deswegen eine
geschlagene Stunde, bis die zwei bereits etablierten französischen Backpacker,
die dort arbeiteten auch endlich eintrafen. Dann gings los. Der Tag war viel zu
heiß und der Job absolute Scheiße, ernsthaft jetzt. Ein paar machten gar nicht
auf oder winkten gleich ab. Ein paar hörten sich mein Gefasel an, bewunderten
die Kunst und lehnten dann dankend ab. Die erste Wohnung, in der ich landete
war anscheinend eine Drogenbude und die ganzen Jungs da drin völlig drauf. Ich
mein, sie waren harmlos und sehr fasziniert von der Kunst, aber trotzdem, war
das ein doch sehr seltsamer Start. Eine Asiatin war ganz angetan und machte den
anschein wirklich so ein blödes Bild für 230$ kaufen zu wollen, zeigte mir
sogar, wo sie das Bild hinhängen würde. Aber dann änderte sie ihre Meinung und
schickte mich raus.
Anschließend hockte
ich mich in den Schatten und wartete eine Weile, bis ich den alten Herren mit
den schiefen Zähnen dann anrief, um zu sagen, dass ich das ganze Gebiet
abgeklappert hatte.
Als er uns dann alle wieder absetzte, war er auch der
felsenfesten Überzeugung, dass wir wiederkommen würde. Ich lächelte apathisch
und trollte mich. Abend habe ich dann aber immerhin noch ein paar Nudeln
umsonst bekommen, weil die Köchin viel zu viel davon gemacht hatte.






