28. September 2012, Perth
Irgendwann kam Guy dann aber auch wieder aus dem Urlaub nach Hause und mit ihm die Freundin und zwei kleine Kinder. Dann wurde die Situation irgendwie seltsam, denn Sturmfrei war ja vorbei. Außerdem wurde es zunehmend unpraktischer so weit außerhalb der Stadt zu wohnen und jedes Mal vier Dollar hin und vier Dollar zurück für Bus und Bahn zu bezahlen. Also machten wir uns auf, eine neue Bleibe zu finden. Die schweren Rucksäcke ließen wir aber zunächst in der Wohnung, um überflüssigen Balast zu vermeiden. Außerdem gingen wir zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass wir am nächsten Tag bereits ein Auto hatten- der Traum zerschlug sich dann aber doch recht schnell, weil das Ding nicht registriert war.
Den ganzen Tag und die halbe Nacht suchten wir nach einem Hostel, aber wegen irgend einem Festival war wirklich alles belegt und das einzige Angebot war dann, dass Lisa und Ich uns ein Einzelbett teilen und dafür den vollen Preis plus noch einmal die Häfte zusätzlich zahlen mussten. André wäre in einem Doppelzimmer mit einem recht betrunkenen, 'stämmigen' Iren gelandet.
Wir zogen weiter...
Und waren schlussendlich so verzweifelt, dass wir in Hotels nachfragen gingen. Ganz zentral in Perth, kurz vor Mitternacht, im Kings Hotel wurde uns dann endlich ein Preis genannt, der erträglich war.
Und das Frühstück. Ein mega Buffet und man konnte reinhauen so viel man wollte. Wir haben fast 2 Stunden gefrühstückt.
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| Man gönnt sich ja sonst nichts... |
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Wir waren jung und brauchten das Geld!
Zufällig am selben Tag entstanden... Ist vor dem Hotel.
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Am nächsten Tag ereilte uns dann ein Anruf von Nicole, Mona und Christopher, welche wir nur einen Tag vorher im Office kennengelernt hatten. Da hatten sie nur noch eine Nacht im YHA- Hostel übrig und waren ebenfalls auf der Suche nach einer anschließenden Schlafmöglichkeit. Auf jeden Fall hatten sie ein Hostel ausfindig gemacht, in dem auch noch Platz für uns drei war. Ich musste dann zwar für eine Nacht in ein 10- Bett Jungszimmer aber, hey... dufte dufte.
Insgesamt war das Spinners auf den ersten Blick eine verranzte Bude voller Freaks, aus dem Raucherzimmer roch es jeden Abend verdächtig grün und irgendwann kam auch ein kleiner, bulliger Ire in die Küche gerannt und kündigte an, demjenigen seine beiden Beine zu brechen, der sein Bier ausgetrunken hatte ("I will find them and I will break their fucking legs!").
Aber eigentlich war es dort ganz nett und wenn man kein Bier klaute war man auch sicher und willkommen.
Das ganze Hostel wurde inklusive Zimmer, Küchen und Bäder täglich gründlich geputzt und die ganzen Freaks lungerten sowieso nur vor dem 24 Stunden Fernseher herum und waren harmlos. Ich auf jeden Fall finde den Laden klasse und würde ihn jederzeit weiterempfehlen. Das Beste: Ist man einmal drin, bleibt man einfach so lange man möchte. Und auch die Mitarbeiter (insofern man sie identifizieren konnte, bin mir bis heute nichts sicher, wer da alles dazugehörte...) waren nicht so seltsam, wie wir anfangs dachten. Der Milan von der Rezeption entschuldigte sich am ersten Tag die ganze Zeit und keiner wusste, warum. Aber sobald er einen ins Herz geschlossen hatte, war er sehr nett. Und er liebt Deutsche. Er spricht auch deutsch. Und er liebt Deutsche. Nein, wirklich. Er liebt Deutsche. Das hat er sehr oft betont. Und begründet. Aber das haben wir dann wieder nicht so ganz verstanden.
Im Spinners blieben wir dann, bis wir endlich ein Auto fanden und nach Norden aufbrechen konnten. So ungefähr 10 Tage, glaub ich.
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| Dort sind alle Wände vollgesprayt. |
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| Auch die Türen. |
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| Mal wieder am Kochen. |
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Da gibt man mal ganz kurz nicht auf seine Kamera acht und schon hat man sowas drauf.
Der André und der Christopher. |
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Ohne Worte?
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Von dort aus erkundeten wir auch das erste Mal Perths Nachtleben. Zunächst begnügten wir uns mit einem Bierchen und Wein in Hungry Jacks Bechern (Tarnung! Hier darf man ja nicht öffentlich trinken...) auf der Northbridge damit, die ganzen Menschen auf der Partymeile zu beobachten. Hier tackeln die sich ja alle unheimlich auf. Also die Mädels. Kurze Kleider, aus denen der Arsch fast rausfällt. Aber alle, in allen Gewichtsklassen. Teilweise echt eklig. Und die wenigstens können auf ihren Stelzen laufen. Bis auf eine, die hatte aber zwei Krücken und hätte uns fast damit verkloppt. Auch eine Truppe von Iren, alles Mädels. Sind dann glücklicherweise weitergezogen. Aber ja, so kann man sich auch sehr gemütlich einen Abend gestalten.
Jeden Mittwoch gibt es ganz in der Nähe vom Spinnershostel eine Backpackerparty. Geht wohl den ganzen Tag lang und für nur 5$ bekommt man BBQ und Entertainment. Wir sind dann aber erst abends hin, zusammen mit zwei aus dem Nachbarzimmer. War ein erfolgreicher Abend. Habe nur 2$ ausgegeben und die auch nur, weil der Chinese, der plötzlich den Pincher Bier ausgeben wollte, den ich gerade bestellt hatte (ernsthaft, plötzlich stand der der da und meinte er bezahlt was auch immmer ich gerade bestellt hab...), diese gerade nicht klein hatte. Von dem Bier wollte er dann aber nichts.
Im Laufe des Abends trafen wir dann auch Caro wieder, die im selben Flieger und ebenfalls mit travelworks nach Perth kam und klug genug gewesen war, sich gleich im Voraus noch Hostelnächte zu buchen und deswegen nicht mit zu Guy kam.
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| So hats angefangen. |
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Und so geendet.
André findet dieses Bild spiegelt den ganzen Abend wieder. |
Alles in Allem ein lustiger Abend, aber was ich gelernt habe: Wenn dir ein Australier einen Drink ausgeben möchte und du annimmst, geht der davon aus, dass du entweder mit ihm Heim gehst oder kurz auf den Parkplatz. Wusst ich nicht... Lisa hat mir da dann ein wenig ausgeholfen.
Lektion gelernt!