Freitag, 15. März 2013

Die ersten Tage in Melbourne



Der nächste Morgen war dann aber wieder gut stressig. Zunächst packten wir und Romeo ging als erster, weil er sich schon eine Wohnungsbesichtigung organisiert hatte. Der Abschied fiel ihm sichtlich schwer und kurz bevor er dann wirklich gehen musste fragte er noch „I don’t know if we are friends now?“  Adam und ich tätschelten ihm ganz gerührt die Schulter und versicherten ihm, dass wir das seien und wir uns auch bestimmt wieder sehen würden.
Adam und ich hingegen setzten uns zu dem Free Wi-Fi am Platz gegenüber.

Da standen einfach ein paar Schachbretter herum...


Das Schiff wurde sogar auf meinem Navi angezeigt... muss da wohl schon länger stehen.

Dort suchte ich mir die Adresse des Offices in Melbourne heraus, welches dann auch überraschend ganz nah war. Dort trottete ich dann hin, ließ mir ein Hostel mit Parkplatz geben, updatete mein Resume und ließ es um die Ecke ausdrucken- ein paar hab ich dann einfach aus Jucks auch gleich mal verteilt, natürlich  ohne großen Erfolg.  Dann gings auch gleich zum Einchecken in mein neues Heim: das Habitat HQ. Ein riesen Komplex, sehr sauber, sehr groß und sehr nett- mit Free Wifi (wobei mein ganzes Datenvolumen durch Windows- Updates verbrauchte wurde, was mich bei der einen Rezeptionsdame recht unbeliebt machte, weil ich ihr versicherte, nichts getan zu haben. Hatte ich ja auch nicht und so gab sie mir dann an zwei Tagen jeweils einen neuen Account, bis ich hinter das Problem kam...). Fast jeden Tag gab es irgendein Programm, von 7-9 AM gabs Free Breakfast und einmal wöchentlich abends auch ein Free BBQ- welches aber nur aus zwei Würstchen (oder irgendwas vegetarischem), ein paar Zwiebeln und ungetoastetem Toast. Dazu Ketchup, Senf und BBQ-Sauce en massé.

Innenhof beim BBQ.

Das Habitat von Innen.

Nicht an meinem Zimmer ;)
Einmal wars so heiß, dass die Rezeption Wassereis verteilte- umsonst!



An meinem ersten Tag jedenfalls schaffte ich es sogar zum kostenlosen Frühstück, hatte ein Interview, was aber leider nur wieder so ein Sales-Dingens war, wo ich entweder von Tür zu Tür gehen oder in einem Einkaufszentrum Menschen anlabern muss. Davon lasse ich aber generell lieber die Finger. Mein Auto hab ich trotz unglaublicher Hitze auch noch aufgeräumt. Danach war mein Schädel so rot, dass ich viele unglaublich besorgte und vor allem belustigte Blicke bekam.Habe mir dann eine kühle Dusche gegönnt, nach der ich dann auch wieder gerade gucken konnte.
Am 30.11.12 hatte ich dann ein Art Jobinterview... oder so. Es ging darum Ölgemälde zu verkaufen. In der Beschreibung hatte es sich angehört, als gäbe es einen festgelegten Wochenlohn. Als ich dann aber da war und mir alles erklärt wurde, stellte sich heraus, dass das eher so ablief: Die Verkäufer latschen mit einer komischen Halterung und ein paar Gemälden durch eine Nachbarschaft, zu der sie gefahren werden und klingeln dann dort. Dem älteren Herren mit den schiefen Zähnen, der unser Boss war oder so, meinte, es sei ihm völlig egal, was wir denen erzählen. Wir dürften sogar den Preis selbst bestimmen. Alles, was über 100$ lag, darf man selbst behalten. Verkauft man es aslo für 200$, macht man 100$ gewinn und gibt den Rest dem alten Herren. Außerdem erzählte er uns, dass die Gemälde in Massenproduktion angefertigt werden und die Künstler etwa 20 Minuten kostet. Im Prinzip also eine Riesenverarsche. Ich überlegte, ob ich gehen sollte, bevor der Van überhaupt abfährt, aber ich hatte sowieso nichts zu Tun und wartete deswegen eine geschlagene Stunde, bis die zwei bereits etablierten französischen Backpacker, die dort arbeiteten auch endlich eintrafen. Dann gings los. Der Tag war viel zu heiß und der Job absolute Scheiße, ernsthaft jetzt. Ein paar machten gar nicht auf oder winkten gleich ab. Ein paar hörten sich mein Gefasel an, bewunderten die Kunst und lehnten dann dankend ab. Die erste Wohnung, in der ich landete war anscheinend eine Drogenbude und die ganzen Jungs da drin völlig drauf. Ich mein, sie waren harmlos und sehr fasziniert von der Kunst, aber trotzdem, war das ein doch sehr seltsamer Start. Eine Asiatin war ganz angetan und machte den anschein wirklich so ein blödes Bild für 230$ kaufen zu wollen, zeigte mir sogar, wo sie das Bild hinhängen würde. Aber dann änderte sie ihre Meinung und schickte mich raus.
Anschließend  hockte ich mich in den Schatten und wartete eine Weile, bis ich den alten Herren mit den schiefen Zähnen dann anrief, um zu sagen, dass ich das ganze Gebiet abgeklappert hatte.
Als er uns dann alle wieder absetzte, war er auch der felsenfesten Überzeugung, dass wir wiederkommen würde. Ich lächelte apathisch und trollte mich. Abend habe ich dann aber immerhin noch ein paar Nudeln umsonst bekommen, weil die Köchin viel zu viel davon gemacht hatte.

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