Mittwoch, 24. Oktober
Anschließend wurde auch ungewöhnlich früh wieder aufgebrochen, nachdem wir die Tochter fast schon gewaltsam aus unserem Zelt manövrieren mussten. Das fand sie nämlich klasse. Ziel diesmal: Karanjini Nationalpark, den Anna aus dem Office uns mehrfach sehr enthusiastisch empfohlen hatte. Viel ist auf dem Weg nicht passiert. Außer vielleicht, dass eine Road Train mit drei Anhängern vor uns erst einen Van, dann einen Jeep und schlussendlich auch noch ein Wohnmobil überholte. Australien.
| Lisas Creme zum zweimal eincremen. Wird die Haut nass, kommt die Creme wieder. Yay. |
| Ein Riesen...baustellen...lasterding... haben auch noch größere gesehen. |
| Regen von weitem. |
| Damit man die enmore Flut auch genau abmessen kann. |
| Wir haben Pink Floyd an der Tanke gesehen... nicht wirklich... |
Da Karanjini doch noch ein gutes Stück weg von Exmouth war, verbrachten wir noch eine Nacht auf einem Campingplatz in Tom Price, einer Minenstadt. Benannt übrigens nach Tom Price, einem... Minenarbeiter oder -entdecker. Was auch immer. Das stand da überall auf irgendwelchen Schildern und in Prospekten. Wirklich mehr interessantes scheint es darüber wohl nicht zu geben.
| Lisa. Trinkt. Bier. |
| Des gude Bier. Da verschwend mer nix von! S'sch deuer! |
| Dem gehts gut. |
| Und er hat sich schon gefragt, warum die Damen beim Wäscheaufhängen am nächsten Morgen so gegrinst haben. Gnihihihahaha. Wenn man auch nach zwei Minuten Licht- aus schon schnarcht. |
Donnerstag, 25. Oktober
| Lisas Bild. So früh hab ichs nicht raus geschafft. |
Gegen 11 wurde dann aber auch das letzte Stückchen bis zum Karanjini Nationalpark in Angriff genommen. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass auch hier einiges auf Grund von Regen gesperrt war. Deswegen leider keine lebensgefährlichen, stundenlangen Wanderungen die Klippen herunter. Oooch. Die Meisten Look- Outs hatten aber noch offen und so konnten wir uns zumindest ganz entspannt angucken, was wir nicht herunterwandern konnten.
| In dem See hat tatsächlich einer gebadet (wenn man ganz genau hinschaut, sieht man ihn am Rand vom Schatten), aber der einzigen Weg, den wir gesehen haben schien uns etwas lebensmüde. |
| Wirkte etwas gestresst. |
| Der Boden war etwas rutschig. Jedes Mal, wenn Lisa sich zurück ins Wasse beeilt hat, ging irgendwie irgendwas schief oder sie schaffte es nicht. Weil es eben wirklich verdammt rutschig war! |
| Ein schönes haben wir dann aber doch noch geschafft! Und André hatte sogar genug Zeit zum nicht- Anspannen. |
| Mama, es sieht auf diesem Foto wirklich höher aus, als es ist... |
| Selbst gebaut. |
Gecampt wurde dann im Dales Camp- illegalerweise, denn wir hatten nicht gebucht. Und das obwohl es nur 7$ pro Person kostet, sind halt wieder die Nationalpark- Campingplätze ohne Sanitäreanlagen und mit Plumpsklos, die Nachts von blutrünstigen Kakerlaken und anderem Gekrieche belagert werden (laut Lisa).
| Das gehört dazu. |
| Denn die Straßen sahen alle so aus! |
| Ich glaub das ist ein Termitenhügel, die standen da öfters rum. Habe aber keine Termiten gesehen. |
| André hat eine Riesenpfütze gefunden... und ja, es gibt Videos. |
Während der frühe Abend noch schön ruhig war und wir in Ruhe kochen konnten, brach gegen später die Hölle auf Erden um uns aus. Da kam dann auch irgendwann der Ranger auf den Platz gefahren und hielt an jeder Bucht an und sprach mit den Leuten. Wir erst vollpanisch Geld rausgekramt, weil wir dachten, der überprüft jetzt die Buchungen. Als er dann ankam, warnte er uns aber nur sehr freundlich vor dem Unwetter, während ich das Geld, welches ich ihm schon fast entgegen werfen wollte, unauffällig in der Hosentasche verschwinden ließ. Er zog dann unbehelligt weiter. Wir konnten dann tatsächlich beobachten, wir die Blitze und der Donner von allen Seiten immer näher kamen. Und als es dann plötzlich schüttete wie aus Eimern, sind wir doch lieber ins Auto geflüchtet, weil die Möglichkeit bestand, dass unser Zeltchen einfach gegrillt und weggepustet würde. Im Endeffekt saßen wir dann mehrere Stunden in dem Auto fest, was anfangs noch sehr lustig war- vor allem, als uns wieder einfiel, dass das Zelt ja kaum befestigt war, weil die Karabiner nicht gescheit in den harten Boden gingen und bei etwas weiterem Nachdenken kam dann auch die Frage "Hat eigentlich einer von euch die Plane angebunden?" auf. Sind dann rausgestürmt, haben das Zelt, welches schon vollbepackt mit Matten und Schlafsäcken war, gepackt, die Plane eingefangen und das ganze in den sowieso überfüllten Kofferraum gestopft- zusammen mit den zwei Campingstühlen.
| War dann leicht voll. |
| Die Blitze waren ein bisschen grell... |
Freitag, 26. Oktober
Am nächsten Tag wollten wir uns dann nur ganz kurz noch einen Klamm anschauen, der zuvor geschlossen war. Dort unten wars dann aber so geil, dass wir einfach nicht gescheit wegkamen. Vielleicht lag das auch an der unglaublichen Hitze und dem bevorstehenden Rückweg, der einiges zum Klettern aufwies.
-!-Leider gibt es an dieser Stelle noch nicht alle Bilder,
weil André es nicht packt, mir ein paar zu schicken.
Schade, denn das war zweifelsohne mein Highlight.
Werde aber im passenden Beitrag darauf hinweisen,
wenn ich sie bekommen und hier eingefügt habe.
Ich dachte nur ich lasse mein Volk nicht länger warten.-!-
Irgendwann schafften wir es dann aber doch wieder auf die Straße und traten nun schlussendlich den Rückweg nach Perth an. Eigentlich wollten wir irgendwo zwischencampen, aber da André etwas hetzte, da am Sonntag schon ein Job auf ihn wartete, brachen wir unseren guten Vorsatz nicht bei Nacht zu fahren und klemmten uns hinter verschiedene Road Trains. So schafften wir in der selben Nacht noch gut 500 Kilometer mehr, als erwartet. Allerdings war das einfach nur stumpfes Fahren hinter einem Riesenlaster. Uns wurde irgendwann so langweilig, dass wir die Buchstaben der Aufschrift auf dem Wage vor uns neu sortierten, um lustige Wörter zu bekommen. Hat nicht wirklich geklappt, weil nicht all zu viel draufstand. Der Fahrer der Road Train gab uns sogar mehrere Male das Zeichen, dass wir jetzt gefahrlos überholen könnte (ja, so nett sind die hier!), gab aber nach ein paar Mal auf, als er merkte, dass wir nur kleine Parasiten im Windschatten waren. Irgendwann lenkte er dann auf einen 24- Stunden Parkplatz, wo solche Fahrer übernachten dürfen. Wir wussten nicht so recht, wie das jetzt weitergehen sollte, bis eine neue Road Train vorbeibretterte. Hinter der gings dann weiter. Es ist übrigens erstaunlich, wie viel Vorsprung man in nur 2 Minuten bekommt. Denn immer wenn wir Fahrer wechselten, mussten wir ewig fahren, um wieder aufzuholen. Und wir haben das Speedlimit teilweise doch recht großzügig überschritten. Ehem.
Samstag, 27. Oktober
Letzten Endes fuhren wir dann kurz vor Mitternacht in ein Kaff ein und auf einen Campingplatz. Das Büro war schon geschlossen und selbst als ich klopfte (die anderen wollten schon das gar nicht mehr tun...), regte sich nichts. Also stellten wir spontan unser Zelt auf eine Betonplatte, weil der restliche Boden furchbar hubbelig war, gönnten uns am nächsten (außergwöhnlich frühem... ehem...) Morgen eine kurze Dusche und bretterten ohne zurück zu gucken wieder runter. Noch eine Nacht umsonst... yay. Frühstück habs dann auf einem Parkplatz auf dem Freeway.
Auf den letzten paar hundert Kilometern mussten wir dann immer wieder wegen überdimensionalen Road Trains an die Seite fahren und warten, weil die beide Spuren brauchten. Einmal zog sogar eine Road Train eine weitere Road Train, die wiederum ein rießiges Minenfahrzeug zog. Einmal dauert das ganze etwas länger und wir quatschten eine Frau in einem der Fahrzeuge an, die voraus fuhren und die Straße freihielten und dann an der Bucht warteten, damit auch keiner weiter fuhr.
Wie weit sie an einem Tag kommen müssten?
"How ever far we come. We got our beds in the back of the car anyway."
"Oh well. It'll work out."
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| Ja, ganz richtig. Das ist eine Baggerschaufel. |
Schlussendlich kamen wir dann am 27.10 nachmittags wieder in Perth an. Lisa und ich checkten wieder im Spinners ein- für André war die zwei Nächte keinen Platz mehr, also ging er in eins in der Nähe und anschließend hatte er ein anderes Hostel schon lange im Voraus gebucht. Die Ankunft im Spinners kam uns schon ein bisschen so vor wie nach einem Urlaub wieder nach Hause zurück zu kehren. Und viel verändert hatte sich natürlich nichts. Noch immer fast die selben, faulen Leute, noch immer Milan, der noch immer deutsche liebte und noch immer nur MTV oder Wrestling mit völlig überdrehten Effekten (wie in Videospielen) in der Glotze.
Damit wäre das Kapitel "Nordtrip" auch zu Ende. Eine super Zeit, eine super Reise, eine super Küste.


Und Euer Volk dankt es Euch (Y)
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