Nach Heirrison Island gings dann zurück ins Hostel zum Kochen. Diesmal gelang uns eine Meisterleistung und alle im Essensraum guckten ganz neidisch. Nur einen Tag vorher hatten wir neidisch geguckt. Tja, so schnell kanns gehen. Haben sogar noch eine halbe Melone geschenkt bekommen, die eine andere Kochgruppe in der Küch gegenüber zu viel hatte. Guter Nachtisch!
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| Namnam, meins war das rechts vorn! |
Außerdem hatten wir da ein kleines Problem. Denn die letzte Nacht im Hostel stand bevor und wir hatten kein anderes freies Hostel gefunden. Alles Besetzt, bis auf vereinzelte Betten, aber wir wollten irgendwie zusammen bleiben. Die halbe Nacht saßen wir dann vor unseren Smartphones und Laptops, auf der Suche nach einer Schlafmöglichkeit.
Schlussendlich gelangten wir dann auf www.wimdu.de und fanden tatsächlich eine geeignete Wohnung. Das Angebot klang sogar viel zu wunderbar, um überhaupt wahr sein zu können. Billiger als ein Hostel und ein ganzes Haus mit Kingsize- Betten, Whirlpool, RiesenTV, xBox360 und so weiter.
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| Unser Haus von außen. Bier wird auch schon angetragen. So lässts sich aushalten. |
Aber da konnte man nur eine Buchungsanfrage stellen, nicht sicher buchen. Und wir wollten nunmal sicher wissen, ob wir nun nächste Nacht ein Dach über dem Kopf haben würden oder nicht. Also wurde wimdu angerufen, ob die da nicht irgendwie irgendwas organisieren konnten. Wir haben auf unserer SIM-Karte ja Freiminuten, die auch nach Deutschland gelten. Die Frau am anderen Ende zeigte sich auch wirklich hilfsbereit, organisierte uns schriftlichen Kontakt zu dem Hausherren Guy und bot sogar an, mit diesem in telefonischen Kontakt zu treten.
Leider tat sie das sofort, denn sie dachte es wäre vormittags, nicht nachts. Es war fast Mitternacht und Guy war überhaupt nicht begeistert davon geweckt zu werden, nein. Anscheinend meinte er nur kurz, dass belegt war und legte dann wieder auf, wie sie uns in einem Rückruf mitteilte. Kurz darauf erschien auch im Internet, dass nichts frei war. Panik. Bis uns auffiel, dass das unsere eigene Buchung hätte sein können. Daraufhin beschlossen wir, einfach auf unser Glück zu vertrauen und schlafen zu gehen (denn langsam machten sich der Jetlag doch etwas bemerkbar...).
Den nächsten Tag verbachten wir im Office, auf der Suche nach einem Bett. Aber auch Anna konnte keines herzaubern und als wir alle kurz vor dem Verzweifeln waren, schrieb Guy dann auch zurück. Zunächst sah es so aus, als hätte er wirkich nicht genug frei, aber nach und nach bekam er dann mit, dass wir in einigen Stunden Obdachlos sein würden. Daraufhin hatte er so viel Mitleid mit uns, dass er uns einfach in sein Haus bestellte, verschiedene Betten freiräumte und selbst bei einem Freund schlief, da er am nächsten Tag sowieso in Urlaub fahren würde und sein Schlafzimmer mit zwei Doppelbetten dann einige Tage nicht brauchte.
Also bestellten wir am Abend dann endlich das Großraumtaxi für 6 Backpacker samt Gepäck. Das war dann auch voll. Die Fahrt kostete über 70$, aufgeteilt auf alle war es aber zu verkraften. Einen Tag später erfuhren wir dann, dass man auch mit Bus und Bahn bequem fast vor die Haustür fahren konnte. Aber naja. Mit dem Gepäck und bei Dunkelheit in der Fremde war das Taxi dann doch deutlich komfortabler. Irgendwann standen wir dann auch in einem Vorort vor einem verriegelten Haus. Klopfen und Klingeln brachte nichts. Niemand da. Wir witztelten schon, dass wir einfach einbrechen würden. Scheiß auf alles! Der Taxifahrer schien sich mehr Sorgen um uns zu machen, als wir selbst und wollte schon gar nicht mehr wegfahren, falls Niemand kommen würde. Denn dann wären wir alleine und es gab eine Sturmwarnung für die Nacht. Das beunruhigte uns dann auch ein bisschen. Ohne ihn säßen wir also nachts in einem Vorort fest, den keiner von uns kannte. Mit je fast 20 Kilo Gepäck. Er war wirklich der erste Taxifahrer, den ich bis jetzt getroffen hatte, der sich Sorgen um seine Kunden machte, nachdem schon bezahlt war. Wie sich dann herausstellte hatten wir lediglich die Hausnummer falsch abgeschrieben und musste nur ein paar Ecken weiter. Wir wollten schon losmarschieren, aber der Taxifahrer komplementierte uns dann wieder in sein Auto und fuhr uns umsonst noch vor das Haus. Dort wurden wir dann auch schon von Guy empfangen und der Taxifahrer konnte beruhigt wegfahren.
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| Lisas und mein Bettchen. |
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| Die gemütlichsten Sessel überhaupt. |
Guy war übrigens Fernseh-Perfekt. Sehr groß, muskolös, blond, schneeweiße, gerade Zähne, Ernährungsbewusst. Und Optiker. Muss ein gutes Geschäft sein, denn sein Haus war groß. Im Schlafzimmer fanden wir dann ein Bild mit seiner Freundin und seinen beiden kleinen Kindern. Wie diese perfekten Familien aus schlechten amerikanischen Werbungen. Ohne Scheiß jetzt, das war fast schon gruselig, so schön waren die alle!
Wie sich herausstellte, war es für Guy völlig normal so viele Fremde in seinem Haus wohnen zu lassen. Es wohnten bereits zwei weitere dort, der 50-jährige tiefenentspannte Carl, der uns gleich zum Einkauf fuhr und dann das ganze BBQ-Fleisch plus Beilagen zahlte (über 100$).
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| Burger machen |
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| BBQ braten |
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| Sonnenuntergang genießen. |
Und der etwas über 20 jährige Jesse, schrulliger Typ, arbeitet als Securitymensch und sieht zerbrechlicher aus, als ich. Ging aber jeden Tag nach dem Aufstehen studenlang Joggen. Das war dann so gegen 3 PM. Einmal hatten wir Bier und Captain Morgan (hier über 40$!!) getrunken und ihm etwas abgegeben. Mit Pepsi gemischt. Er war so begeistert, dass er sich das Gesöff gleich am nächsten Tag kaufen wollte, es aber nicht bekam weil er seine ID nicht bei hatte und die Kassiererin ihm wohl nicht glaubte, dass er alt genug dafür war. Noch einen Tag später stand dann aber ein Captain Morgan im Schrank.
An diesem Abend lernte ich dann auch auf die harte Tour, dass Jesse gar nicht so wenig sprach, wie wir anfangs dachten. Der kann labern, meine Güte. Die halbe Nacht kam ich nicht los und hörte mir eine Story nach der anderen an, ohne einen Pieps sagen zu können (außer "Toilet!" und dann musste ich rennen...). Zum Schluss hat er dann erzählt, wie eine alte Frau durch das Haus seiner Eltern spukt. In einer Ausführlichkeit, die mich verzweifeln ließ. Kurz vor 3 AM bot sich dann die erste Gelegenheit endlich im Bett zu verschwinden. Die ergriff ich.
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| Die Gegend hier ist auch recht nett. |
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| Haben alle noch nie einen Mond bei Tag am Himmel gesehen... |
Am zweiten Tag, den wir in Guys Haus verbrachten, kamen dann noch zwei deutsche Backpacker, die sich mit zwei von unseren Jungs blenden verstanden. Inzwischen haben sich die vier ein Auto zusammen gekauft und sind auf dem Weg nach Adelaide, um dort als Fruitpicker zu arbeiten.
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| Kakadu! |
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| Kleine Papageien, die gibt es hier öfter als Tauben. |
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| Die Jungs beim Footballspielen. |














... klingt alles ziemlich entspannt, bin schon auf Deinen nächsten Post gespannt! Aber warum hast Du Deinen perfekten landlord nicht mal fotografiert ;-) ?
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Undine