Sonntag, 23. September 2012

Der erste Abend

Australien, Perth, 18. September 2012, 4 PM

Am Flughafen, nach der Gepäckausgabe, gesellte ich mich dann schließlich zu den anderen Work&Travellern meiner Organisation, die clever genug waren, sich die große, gelbe Filzschlaufe an ihre Rucksäcke zu machen, um sich gegenseitig erkennen zu können. Als ich es zu Hause zum ersten Mal in den Fingern hielt, fragte ich mich was ich denn bitte mit so einem hässlichen Ding wollte. In einem der vielen Briefe (von denen ich die wenigsten je gelesen habe), die travelworks mir schickte, stand der eigentlich Verwendungszweck wohl tatsächlich drin. Aber naja. Ich hatte die Anderen ja gefunden.
Wir alle hatten einen extra für uns bereitgestellten Shuttle erwartet, der uns dann direkt zum Hostel bringt. Am Flughafen sollte uns ein netter Mitarbeiter mit einem Schild empfangen. Pustekuchen. Was in der Theorie so einfach klingt wurde nichts. Stattdessen fragten wir uns, großteils bei Passanten, durch und landeten schließlich tatsächlich bei einer Bushaltestelle für solche Shuttles. Aber unseres war noch immer nicht aufzufinden. So langsam, gaaanz langsam, machte sich der Schlafmangel bei allen bemerkbar und travelworks als Organisation erschien uns zunehmend nutzloser. (Eine Meinung, die wir in den nächsten Tagen noch einmal gründlich ändern sollten, denn da wurde es wirklich sehr sehr praktisch!)
In einem kleinen Häuschen vor der Haltestelle wuselte dann irgendwann eine kleine Australierin umher, die uns einen neuen Shuttle organisierte- umsonst! Immerhin. Doch war das kein Shuttle nur für eins, nein. Es wurde uns lediglich die Gnade erwiesen, mitfahren zu dürfen. Statt direkt und schnell zum Hostel zu fahren, wie wir alle gehofft hatten, gurkte das Büsschen durch die halbe Stadt, sammelte Menschen auf oder ließ sie aussteigen. Wir kamen dann fast ganz zum Schluss und fuhren mit dem Ding eine gute Stunde durch Perth. Wunderbar. Gegen 6 PM waren wir dann aber endlich im Hostel.
Der Check-in verlief fast reibungslos. Wir bekamen alles, was wir zunächst brauchten und schafften das ganze Gepäck auf unsere Zimmer (fast alle waren in verschiedenen).
Ich persönlich fand außer einem vollgestellten Zimmer niemanden dort vor. Nach einer Dusche war das dann schon ganz anders. Danach empfingen mich nämlich zwei sehr nette Isländerinnen herzlichst. Die dritte Mitbewohnerin (4-bett Zimmer...) war noch immer nicht da. Und immer wenn sie da war, saß oder lag sie lesend oder schlafend in ihrem Bett und schien die Anderen gar nicht zu bemerken.
Wie auch immer, nach der Dusche klopfte ich im Nebenzimmer, bei meinen mit- Work&Travellern an, in der Hoffnung irgendwer von ihnen hätte ebenfalls Hunger. Hatte sie. Alle. Und so beschlossen wir einfach mal drauf los zu laufen und Essbares in Perth zu entdecken. Nachdem Lukas ziemlich schnell verkündet hatte, wieviel Bock er auf Pizza hätte, war auch ziemlich schnell ziemlich schnell klar, wo wir essen würden. Wir liefen durch halb Perth, an 3 Italienern vorbei. Alle hätten Pizza gehabt.

Das Gebäude hat in allen Farben geblinkt, immer anders.
Das einzige bunte Bild ist leider etwas verschwommen...

Uns ist auch sofort aufgefallen, dass die Ampeln hier anfangen zu Klackern, wenn man die Straße überqueren darf. Und wenn es grün wird pfeifen sie... Ja, hier pfeifen einem sogar die Ampeln hinterher.
Die etwas verlängerte Essenssuche hatte aber immerhin den schönen Vorteil, dass wir viel rumgekommen sind. Insgesamt ist Perth eine sehr eigenartige Stadt. Es ist zwar sehr groß(~1,7 Millionen Einwohner+ Backpacker), aber die Häuser sind meistens noch recht alt. Das wollen sie jetzt ändern und es in eine richtige Großstadt verwandeln. Deswegen wird überall gebaut und es gibt teilweise schon Wolkenkratzer, die verloren in der Stadt herumstehen. Mir gefällts.

Hier gibts auch viele schöne Graffities.
Die Bahngesellschaft hier heißt übrigens tatsächlich "Transperth", ein sehr nettes Wortspiel, oder? 

Nach langem, ziellosen herumwandern, haben wir schließlich sogar die Polizei gefragt, wo es Essen gibt. Die waren dann auch sehr freundlich und haben uns auch zu unserem letztendlichen Restaurant geschickt. Das Essen war zwar nicht ganz billig, aber phantastisch!

Die anderen Work&Traveller. Auch alle voll in Ordnung. Insgesamt 4 Jungs und 3 Mädels.

Man gönnt sich ja sonst nichts....

Wir hatten alle einstimmig beschlossen, dass der erste Abend in Australien eine hohe Rechnung durchaus verdiente. Ein guter Start muss eben sein.
Die Hostelbetten waren dann auch unglaublich gemütlich, vor allem in der ersten Nacht.
Insgesamt war unser Hostel, für Hostelstandarte, sehr gut und sauber. Bis auf die Züge am Morgen, aber dafür wurden Ohrstöpsel bereitgestellt. 3 Nächte inklusive Frühstück waren in unserer Organisationsbuchung mitinbegriffen- sehr komfortabel.

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