Am 10. Oktober
um ca. 4 Uhr hatten wir dann alle Einkäufe erledigt, selbige mit jahrelang antrainierten Tetrisfährigkeiten passgenau in das Auto gestapelt und waren damit endlich bereit zur Abfahrt.
Ziel: Exmouth. Also hoch nach Norden. Aber das ist bei uns wie Süden. Weil hier ist ja alles verkehrt herum. Auf jeden Fall wird das Klima und die Vegetation im Norden tropisch und die Regenzeit ist nicht mehr lang entfernt.
Da mir der Linksverkehr doch noch sehr suspekt vorkam, opferte André sich auf und fuhr die erste Etappe- und damit auch den Weg aus der Stadt Perth heraus. Aber ich glaube eigentlich wollte er das auch. Also Autofahren. Also war ich im Endeffekt natürlich nur Großzügig, ihn mit meinem Auto fahren zu lassen...
| Und los gehts. |
| Mögen noch viele weitere Fliegen ihren Tod an dieser Scheibe finden. Die Düsen für die Scheibenwischanlage tun natürlich nicht. Wischen tuts, spritzen nicht... |
| Lancelin |
Auf jeden Fall war ich dann auch im Dunkeln noch Mal auf dieser Aussichtsplattform (und das nicht nur, weil das so ziemlich der einzigste Ort mit Internetempfang war!) und es sah wirklich aus, wie das Ende der Welt. Das Meer vor mir komplett schwarz und nahtlos daran knüpfte der Sternenhimmel an. Und hier sieht man sogar die Milchstraße. Also alles kein vergleich zum Kessel Stuttgart. Auf jeden Fall unglaublich.
Nachts wachte ich dann auf, weil André und Lisa sich über das Zelt beschwerten- denn es windete ziemlich und es windete natürlich auch gegen das Zelt. Und das zelt wiederum windete den Beiden ins Gesicht. Ich lag in der Mitte, drehte mich um und schlief trotz Getöse weiter. Am Morgen war ich dann natürlich die Letzte, die aus dem eingeklappten Zelt krabbelte.
| Windschief... |
11. Oktober
Nach der obligatorischen Morgendusche wollten wir dann im Auto während der Fahrt frühstücken, diesmal mit mir am Steuer. Wir hatten ja extra einen 8$ Toaster gekauft mit dem Wissen, dass ich einen Stromadapter für den Zigarettenanzünder mit dem Auto gekauft hatte. Sowohl Adapter, als auch Toaster funktionieren, nur leider nicht in Kombination, denn mit dem Adapter funktionieren nur Stecker mit Trafo und den hat unser Toaster natürlich nicht. Also piepste der Adapter nur in einer sehr unangenehmen Frequenz und da wir das Ding nicht kannten, dachten wir das hört vielleicht irgendwann auf und funktioniert stattdessen. Tat es aber nicht. Also gabs rohen Toast zum Frühstück. Namnam...
Die erste Pause an diesem Tag legten wir in Wedge Is ein. Irgendein Kaff, das Aussieht wie ein großer Schrottplatz und in dem ich nur ein Mädel in etwa unserem Alter um ein kaputtes Auto habe huschen sehen. Aus der Richtung kam auch Radiomusik. War wirklich seltsam.
| Wedge Is |
| In all seiner Pracht, in all seinen Farben. |
Sobald man dann aber an den Strand kam war alles paradiesisch. Weißer Sand, klares Wasser, zu Beginn menschenleer, später dann kleine Grüppchen uuund Delfine. Ja, wir haben Delfine gesehen. Oder zumindest ihre Rückenflossen. Eine Frau erzählte uns dann, dass die Delfine dort manchmal sogar bis an den Strand vor schwimmen. Aber nicht an diesem Tag, leider. Ein bisschen weiter hinten haben wir dann eine Familie gesehen, die auf eine nahegelegene Insel rübergeschwommen ist.
| Sieht das nicht krass aus? Das eisblaue Meer und dazu die dunklen Wolken. |
Aber da wir keine Badesachen dabei hatten, haben wir das nicht probiert; außerdem zogen die Wolken langsam zu und ab und an bekamen wir Tröpfchen ab. Also zurück ins Auto, durch das Schrottplatzkaff und zurück auf befestigte Straßen. Den Freeway eben.
Der ist hier ja auch sehr interessant gestaltet. Im Prinzip ist es ja eine Autobahn, nur dass immer mal wieder plötzlich T-Kreuzungen kommen oder Auf- und Abfahrten, die Feldwegen ähnlicher sind, als allem Anderen. Oh und tote Kängurus in regelmäßigen Abständen, als würde man Prämien bekommen, wenn man die Umfährt. Ein zermatschtes Stachelschwein haben wir auch gesehen. Leider noch kein lebendes.
Im Nambung Nationalpark haben wir dann die Pinnacles angeschaut. Ursprünglich dachten wir, das wär die Aboriginie- Version von Stonehenge oder so, aber wie sich herrausstellte ist es eine Wüste mit lauter Steinsäulen. In einem 3 Kilometerkreis kann man dann durch diese Wüste fahren und sich die Steine anschauen. Alternativ gibt es auch Fußwege zu Aussichtspunkten, aber wir sind ja stabil motorisiert.
| Meine Kamera... |
| Dank dem Wind hab ich die Pinnacles größtenteils auch erst auf den Fotos gesehen. |
| Fliiiiegen. Gottseidank sieht man die auf den Fotos immer nicht . |
Später gibt es dann ein Informationscenter über alles Gekrabbel, was darin kreucht und fleucht und über das ganze Gestrüpp, welches es dort noch schafft zu wachsen. Und eine Tafel, auf der steht, dass eigentlich niemand wirklich eine Ahnung hat, wie diese ganzen Säulen dahin gekommen sind, wo sie sind und, dass jede Theorie irgendeinen Wiederspruch in sich hat. Auf jeden Fall ist die Landschaft super und der Ausflug seine Zeit definitiv Wert.
Dann gings noch ein Weilchen weiter nördlich bis nach Jurien Bay, wo wir nachmittags irgendwann ankamen und dann einen Campingplatz suchten. Schlussendlich entschieden wir uns dann für einen Sportplatz, um den irgendwie ein Campingplatz lag. Oder so. Viel war nicht los, neben uns stand noch ein Jeep mit Wohnwagen und auf der ganz anderen Seite so ein Profizelt. Auf jeden Fall mussten wir dann erst Mal unsere Telstra SIM-Karte, die wir uns extra für das Outback geholt hatten, weil alles andere dort keinen Empfang hat, aktivieren und dann den Ranger anrufen, weil es natürlich keine Rezeption oder ähnliches gab. Der Ranger meinte dann er würde so schnell wie möglich jemanden vorbeischicken. Also warteten wir. Und es dauerte. Und die Fliegen nagten an unseren Nerven. Die Viecher sind unglaublich. Sobald man aus dem Auto steigt, ist man umgeben von den Biestern und sie fliegen. Immer. In. Das. Verdammte. Gesicht. Und die Augen. Die Nase. Den Mund, wenn man ihn aufmacht. Und es sind unheimlich viele. Zum Kotzen, wirklich. Wir wollten gerade losziehen um Anti- Fliegen- Zeug zu kaufen, da kam dann die Rangerin. Sagte uns, dass es so Zeug tatsächlich gibt, wir uns aber besser an die Fliegen gewöhnen sollten, weil die jetzt Saison hätten. Das Zeug haben wir uns dann aber trotzdem gekauft, an dem Tag aber nicht mehr gebraucht, weil die Sonne dann schon am Untergehen war.
| Scheiße, bin ich cool. |
| Gemütlich wars nicht. |
Inzwischen sind wir fast schon Profis, was die Nutzung der Platten angeht. Natürlich mit eigenem Sprühöl. Beim ersten Versuch haben wir so ein Ding aber auch schon betriebsunfähig bekommen. Hackfleisch drauf gebraten und dann war das kleine Abflussloch in der Mitte so verstopft, dass unser gutgemeinter Versuch, alles zu Putzen, in einer immer größerwerdenden Wasserpfütze endete, die nicht mehr abfließen wollte. Sind dann unauffällig gegangen. Schubiduuu...

Na auf die Fliegen kann ich gern verzichten, aber der Rest hört sich doch richtig nett an.
AntwortenLöschenDie waren nur dort so schlimm, hat dann wieder aufgehört als wir weiter gefahren sind!
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