Sonntag, 25. November 2012

Nordtrip- Teil 5: Denham, Monkey Mia und eine Nacht in Carnarvon

17. Oktober



Der erste Tag in Denham wurde zu einem faulen erklärt. Wir waren in den letzten Tagen so viel herumgereist, dass wir nun endgültig keine Lust mehr hatten, noch großartig etwas zu unternehmen. Also packten wir alle Strandsachen ein, die sich so in meinem Auto fanden, etwas Bier und jede Menge Wasser. Und dann wackelten wir vollbepackt den Berg herunter und waren auch schon da. Das coole dort: Der Wasserstand ist für weiß nicht wie viele Kilometer etwa hüfthoch. Wir sind ewig auf das Meer zugelaufen und kamen der dunklen Kante, die das tiefere Wasser signalisiert, kein Stückchen näher. Das bedeutet, dass das Wasser auch richtig schön warm ist. Und in genau diesem warmen Wasser haben wir den ganzen Tag gechillt.













Kurzzeitig wurde es dann ganzschön windig, so dass alles mögliche an uns hängen blieb, ohne dass wir es festhalten mussten. Ja, wir hatten unseren Spaß. Primitiv, aber hey. Wir sind allein in Australien, keiner kann uns was!

Unser gutes 8$ Brett.


Der Flugbär.

Schwerstarbeit!

Sehr!

Und dann sowas!

Frechheit!


Irgendwann ist er dann in Mütze rumgelaufen. Weils sonst zu kalt war...

18. Oktober

Am nächsten Tag ließ André sich dann aber nicht mehr halten, weil er endlich Delphine sehen wollte, wie er schon tagelang vorher immer wieder deutlichst betonte. Auf dem Campingplatz in Denham sagten sie uns, dass die Fütterung um viertel vor acht beginnt, man aber wohl schon etwa 30 Minuten früher da sein sollte. Also jagte André uns in aller herrgotssfrühe aus dem Zelt, manövrierte uns ins Auto und fuhr die etwas über 20 Kilometer bis nach Monkey Mia. An der Eintrittskasse lachte uns der Typ dann aus und erklärte, dass die Delphine frühestens um 8 gefüttert würden, die eigentliche Zeit aber dann davon abhängt, wann die Delphine sich überhaupt die Mühe machen, in die Bucht zu kommen- und das kann auch erst gegen halb zehn sein, oder noch später. Wenn sie dann da wären, würden wir erst noch einen 15-minütigen Vortrag darüber hören, wie die Fütterung abläuft und wie das früher war.
André drehte sich etwas verängstigt zu uns ins Auto um und meinte nur "Bisschen sehr vorwurfsvoller Blick?"
Die Delphine kamen dann aber tatsächlich zu früh, drei an der Zahl, weswegen auch der Vortrag etwas früher anfing. Mittendrin tauchte dann plötzlich ein riesenlanger Fisch auf und Mamadelphin find auch tatsächlich an, zu jagen.



Der Fisch, der gejagt wurde.




Glückstreffer.



Allerdings hatte sie dann irgendwann keine Lust mehr und lies den Fisch ziehen.
Die Frau erzählze in der Zwischenzeit weiter, zum Beispiel, dass die Besucher früher alle soviel sie wollten und welchen Delphin sie wollten, füttern durften. Bis dann irgendwann auffiel, dass die ganzen Kälber dadurch verhungerten, weil sie in dem flachen Wasser kaum die Chance hatten, zu trinken. Und die Mütter hingen dort eben den ganzen Tag rum, um Fisch zu bekommen. Deswegen gibt es heute nurnoch drei Fütterungen pro Tag, mit jeweils einer stark beschränkten Fischzahl und diese werden auch nur an fünf verschiedene weibliche Delphine verteilt. An diesem Tag war einer von ihnen in der kleinen Gruppe.
Und kurz bevor der Vortrag dann zu Ende war, schwammen alle drei auch wieder weg. Also fand keine Fütterung statt. Die Mitarbeiter meinte alle, die Gäste sollten einfach Früchstücken gehen oder einen Kaffee trinken, bis sie zurück kämen. Also taten wir das. Und die Delphine tauchten auch den ganzen Tag nicht mehr auf. Wir machten uns deswegen einen weiteren schönen Tag am Strand, denn Monkey Mia sieht aus wie ein Postkartenparadies.

Monkey Mias Strand
Und ich holte mir den Sonnenbrand meines Lebens. Aber natürlich nur an den Stellen, die ich vergessen hatte ein zu cremen. Arschbacken. Und bisschen am Rücken, da wo eben die Bikinidinger drüber waren, als Lisa mir den Rücken eingeschmiert hatte.

Brutzel...

Dort am Strand lernten wir dann aber auch Sinja und Max kennen, die zusammen durch den Norden gefahren waren, mit dem Endziel Perth. Max war nach dem Studium nach Australien gekommen und bereits seits 1,5 Jahren hier. Er hofft in Perth ein Sponsorship zu bekommen, um dauerhaft in Australien bleiben zu können. Er hatte einen Van und dann übers Internet nach Mitfahrern gesucht. Sinja war, wie wir, noch nicht all zu lang in Australien und würde von Perth aus nach Sydney zu einer Freundin fliegen.

Bei der Rückkehr auf den Campingplatz kamen wir nicht wirklich durch die Einfahrt...

Wir luden die Beiden spontan zu uns auf den Campingplatz ein und abends trafen wir uns dann auch tatsächlich und verbrachten einen gemütlichen Abend miteinander, bis der Campingplatzbesitzer die Beiden verjagte, weil er dachte sie würden jetzt die ganze Nacht hier herumschmarotzen und Duschen und so weiter. Er hielt uns den vortrag dann später auch noch ausführlicher, wobei wir dafür eigentlich gar kein Interesse hegten.
Max und Sinja fuhren dann nachts noch etwas weiter und übernachteten dann im Van am Straßenrand. Nicht ganz unriskant, weil das eine durchaus satte Strafe nach sich zieht, wenn einen der Ranger erwischt. Es ging aber gut und am nächsten Tag setzten sie ihre Reise Richtung Perth weiter, in die Richtung, aus der wir gekommen waren.



19. Oktober

Wir hingegen fuhren abermals nach Monkey Mia, weil unser Ticket vom Vortag noch gültig war, da ja keine Delphinfütterung stattgefunden hatte. André hatte es so im Gefühl, dass das heute gutgehen würde. Und dass er bestimmt die Delphine füttern dürfte.
An diesem Tag war nur leider der Wasserstand noch niedriger als am Vortag und die Delphine kamen überhaupt erst gar nicht in die Bucht. Seitdem darf André sein gutes Gefühl nicht mehr äußern, weil das bisher immer und ausnahmslos komplett falsch war und alles, wobei er ein gutes Gefühl hatte, katastrophale Ausmaße annahm.

Sie haben nicht aufgegeben...

Und wir erst Mal gefrühstückt.



Kurz vor zwölf gab er dann auf und wir konnten weiterfahren. Als einziger kleiner Zwischenstop wurde noch der Eagle Bluff eingelegt. Ein Aussichtspunkt ganz in der Nähe von Denham.


Ist trotzdem ekelig da durch zu laufen.


Vroom Vroom. Eine kleine(!) Road Train.



Die Nacht verbrachten wir in Carnarvon, obwohl uns die Frau aus dem Auto davor gewarnt hatte, weil es dort lauter besoffene Aboriginies gab. Tatsächlich war dies auch der Fall, aber es half ja nichts, denn es wurde langsam dunkel und die nächste Übernachtungsmöglichkeit würden wir nicht vor der Dämmerung erreichen, was wegen den Kängurus doof ist. Auf dem Campingplatz wurde dann Lisa auch aufs übelste von Kakerlacken verfolgt. Dachte sie zumindest. Im Prinzip gibt es die Viecher hier überall, sogar in Perth. Aber sobald Lisa mal eine davon sieht, ist es vorbei.
Beim Kochen schenkten uns dann zwei seltsame und vollkommen fertige Italiener ein Feuerzeug, weil wir keins hatten, um unseren Gaskocher zum Brennen zu bringen.

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